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Hebr 13,10: "Wir haben einen Altar ..."

Altar der Kommunität St. Michael

Unser Altar trägt die Inschrift: 

Hier ist Golgatha


Komm zum Kreuz mit deinen Lasten

Komm zum Kreuz mit deinen Lasten, müder Pilger du! 
Bei dem Kreuze kannst du rasten, da ist Ruh!

Unter des Gerichtes Ruten sieh am Kreuzesstamm
für dich dulden und verbluten Gottes Lamm!

An dem Kreuze trug der Reine deiner Sünde Lohn.
Sieh, wie liebt dich dieser Eine, Gottes Sohn!

Da stillt Er dein heiß Verlangen, heilet deinen Schmerz:
Frieden wirst du da empfangen, müdes Herz.

Trost, Vergebung, ewges Leben fließt vom Kreuz dir zu:
bei dem Kreuz wird dir gegeben Himmelsruh.

Gemeinschaftsliederbuch Nr. 244: 
Nach dem französischen Lied des Edmond Lois Budry, von Johanna Meyer

"Komm zum Kreuz!" oder "Geh nach Golgatha!": solche Aufforderungen konnte man (früher jedenfalls) oft in pietistischen Kreisen hören. Das ist gewiß eine richtige und fromme Aufforderung. Nur wurde nie so richtig gesagt, was das heißt und wie man das macht. Man kann ja schlecht wirklich nach Golgatha gehen. Und selbst wenn man heute nach Jerusalem pilgern würde: die Kreuzigung Jesu liegt fast zweitausend Jahre zurück. Wie soll man da mit seinen Sünden "unters Kreuz gehen"?

Gemeint ist mit diesem Spruch sicher, daß man im Gebet Gott um Vergebung bitten soll. Das ist gewiß nicht verkehrt. Aber der folgende Ausspruch Luthers wird hier eine Horizonterweiterung sein:

Von der Vergebung der Sünden handeln wir auf zweierlei Weise, einmal wie sie erlangt und erworben ist, das andere Mal, wie sie ausgeteilt und uns geschenkt wird. Erworben hat sie Christus am Kreuz, das ist wahr, aber er hat sie nicht ausgeteilt oder gegeben am Kreuz. Die Erwerbung ist einmal am Kreuz geschehen, aber die Austeilung ist oft geschehen... Will ich nun meine Sünde vergeben haben, so muß ich nicht zum Kreuz laufen, denn da finde ich sie noch nicht ausgeteilt ... sondern zum Sakrament oder (zur Predigt des) Evangelium(s), da finde ich das Wort, das mir solche am Kreuz erworbene Vergebung austeilet, schenkt, darbietet und gibt.

Martin Luther in: "Wider die himmlischen Propheten, von den Bildern und Sakramenten" 1525

In diesem Sinne ist die Aufschrift auf unserem Altar zu verstehen: Christus wird hier nicht erneut gekreuzigt, sondern die am Kreuz erworbene Vergebung wird hier denen "ausgeteilt, geschenkt, dargeboten und gegeben", die herzutreten.

Was nützt denn solch Essen und Trinken?
Das zeigen uns diese Worte:
Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden;
nämlich, daß uns im Sakrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit
durch solche Worte gegeben wird; denn wo Vergebung der Sünden ist,
da ist auch Leben und Seligkeit.

Luther: Kleiner Katechismus, 5. Hauptstück

Im Abendmahl ist wahrer Leib und Blut Christi wahrhaftig unter der Gestalt des Brotes und Weines  gegenwärtig und wird da ausgeteilt und genommen.

Augsburger Bekenntnis, Art.  X)

Wegen der realen Gegenwart des wahren Leibes unter der Gestalt des Brotes und des Blutes unter der Gestalte des Weines ist Christi Opfer am Kreuz gegenwärtig. Denn die Trennung von Leib und Blut bedeutet "Tod".

Unser "Golgatha" ist der Altar in unserer Kapelle, auf dem Christi wahrer Leib und Blut real präsent sind und da ausgeteilt und genommen werden.


siehe auch:

• Abendmahl und Opfer - Einige Gedanken dazu •


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