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Predigt über das Augsburgische Bekenntnis: Artikel X

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Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes - der heiligen, wesenseinen und unteilbaren Dreifaltigkeit.
Gnade sei mit euch und Friede!

ARTIKEL 10: VOM HEILIGEN ABENDMAHL

Vom Abendmahl des Herrn wird also gelehrt, daß wahrer Leib und Blut Christi wirklich unter der Gestalt des Brotes und Weines im Abendmahl gegenwärtig sei und dort ausgeteilt und genommen werde. Deshalb wird auch die Gegenlehre verworfen.

Vielleicht hat sich der eine oder andere schon einmal gefragt, warum man beim Hl. Abendmahl für gewöhnlich vom wahren Leib Christi spricht, aber nicht vom Seinem wahren Blut. Die Antwort findet man, wenn man fragt, was es denn außer dem wahren Leib noch für einen anderen Leib Christi gibt. Denn irgendwas muß es ja geben, sonst wäre die nähere Erklärung, daß wir es im Hl. Abendmahl mit dem wahren Leib zu tun haben, nicht nötig.
Es gibt einmal den wahren Leib Christi. Das ist der Leib, mit dem der Herr geboren wurde, lebte, starb und wieder auferstand, zur Rechten Gottes erhöht wurde und wiederkommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten . Dann gibt es noch den mystischen Leib Christi: die Kirche des lebendigen Gottes, von der der Apostel Paulus schreibt:

Ihr aber seid der Leib Christi und jeder von euch ein Glied.
(1 Kor 12,27)

Da es kein mystisches Blut Christi gibt, muß man auch nicht vom wahren Blut Jesu reden. Laßt euch nicht irre machen, wenn ihr im Internet und anderswo immer wieder auf die Formulierung vom „wahren Blut“ stoßt. Sie ist nicht falsch, zeugt aber von theologischer Unkenntnis. Davon sind auch nicht die offiziellen Internetseiten der EKD frei.
 

Warum aber befassen wir uns hier mit dem wahren und dem mystischen Leib? Weil an dieser Stelle deutlich wird, daß die Kirche genau weiß, was sie sagt, wenn sie vom Leib des Herrn redet. Vor allem, wenn sie von der realen Gegenwart Seines wahren Leibes und Blutes bei Hl. Abendmahl redet.

Der HErr ist immer dabei, wo zwei oder drei in Seinem Namen versammelt sind. (Mt 18,20) Aber nur im Hl. Abendmahl bekommen wir den wahren Leib und das Blut Jesu Christi. Die Gegenwart Christi im Abendmahl ist also etwas Besonderes. Es irren die, die sagen: Jesus sei in der Feier des Abendmahls nicht anders gegenwärtig wie sonst auch in einem beliebigen Gottesdienst wo zwei oder drei in Seinem Namen versammelt sind. Diese irrige reformierte Meinung der ist schuld daran, daß das Abendmahl im Protestantismus nur noch so selten gefeiert wurde. Denn wenn das Hl. Abendmahl nichts gibt, was nicht auch schon durch die Lesungen oder die Predigt gegeben wurde, ist nicht einzusehen, warum man es überhaupt feiern sollte. Es verlängert ja nur den Gottesdienst. Warum Jesus es dann überhaupt eingesetzt hat, ist auch unklar.
Lutherischer Glaube hingegen sagt: Im der Feier Hl. Abendmahl – und nur dort – gibt es den wahren Leib Jesu Christi und Sein Blut unter dem Brot und Wein für uns Christen zu essen und zu trinken. So hat es Jesus selbst eingesetzt.
Die härtesten Kämpfe hatte das Luthertum während der Reformationszeit wegen der Lehre über das Hl. Abendmahl zu bestehen. Politische Klugheit hätte den Lutherischen geboten, den Reformierten in der Abendmahlslehre nachzugeben um mit ihnen auch zu einer politischen und militärischen Einigung zu kommen, denn die Altgläubigen wollten die Reformation mit Waffengewalt beenden. Aber die Liebe zur Wahrheit ließ ihnen keine Wahl. Das Ergebnis war, daß die Lutherischen den Schmalkaldischen Krieg verloren.
Von der Wahrheit selbst bezwungen hielten die Lutheraner am Glaubens an die wirkliche Gegenwart Christi in den Gestalten des Brotes und Weines fest.

Man muß hier sehr aufpassen. Zu sagen, daß beim Hl. Abendmahl Christus real präsent ist, also wirklich gegenwärtig, klingt gut und rechtgläubig. Aber laßt euch nicht täuschen! Das können auch Reformierte sagen, daß der Herr beim Abendmahl real präsent ist. Er ist ihrer Meinung nach gegenwärtig kraft des Hl. Geistes. Aber sie würden nie zugeben, daß der Herr im Brot und Wein real gegenwärtig ist. Eben darum würde ein Reformierter auch nie den Hl. Geist über die Gaben herabrufen, wie es in unserem Gottesdienst geschieht. Diese sogenannte Epiklese würden sie nie über Brot und Wein beten, sondern allerhöchstens über die Gemeinde. Auch in der SELK-Agende gibt es Epiklesen. Aber ich kann mich nicht daran erinnern, daß da eine Gabenepiklese dabei war. Immer nur Gemeindeepiklesen.
Luther war da noch von anderem Schrot und Korn. In in seiner Gottesdienst-Ordnung „Die Deutsche Messe“ hat er folgendes vorgesehen: Gleich nach der Segnung von Brot und Wein sollte als Ausdruck des Glaubens der wirklichen Gegenwart Christi in den Elementen des Brotes und des Weins das Lied „Gott sei gelobet und gebenedeiet“ gesungen werden. In diesem Liede hieß es bis vor ein paar Jahren:

Herr, durch deinen heiligen Leichnam, der von deiner Mutter Maria kam und das heilige Blut hilf uns Herr aus aller Not.

Leichnam war in alter Zeit einfach nur das Wort für Leib und hatte nicht die Bedeutung, die wir heute darunter verstehen. Mit anderen Worten: Herr, durch deinen Leib, der von deiner Mutter Maria kam – und jetzt auf unserem Altar gegenwärtig ist – und das heilige Blut – das jetzt in diesem Kelch ist – hilf uns Herr aus aller Not.
Merkt ihr, wie massiv es zu verstehen ist, wenn es im Katechismus heißt: Das Sakrament des Altars ist „der wahre Leib und das Blut Christi“? Dir wird tatsächlich der Leib Jesu, der von Maria geboren wurde und am Kreuz gehangen hat beim Hl. Abendmahl auf die Zunge oder in deine Hand gelegt. Leider wurde bei einer Neubearbeitung des Liedes der Text so verändert, daß von diesem massiven Glauben nichts mehr übriggeblieben ist.

Doch es bleibt dabei: Es ist wirklich der wahre Leib des Herrn, den du berührst. Der Leib, in dem Er in der Krippe lag, am Kreuz starb, auferstand und erhöht wurde. Im Evangelium nach Markus 6,56 lesen wir:

Und wo er in Dörfer, Städte und Höfe hineinging, da legten sie die Kranken auf den Markt und baten ihn, daß diese auch nur den Saum seines Gewandes berühren dürften; und alle, die ihn berührten, wurden gesund.

„Alle, die ihn berührten, wurden gesund.“ Damals, wie heute: Du wirst kuriert von der Krankheit der Sünde. Du wirst geheilt von dem bitteren ewigen Tode. Du wirst los alle Krankheit und Gebrechen – spätestens bei der Auferstehung der Gerechten! Wohl dir! Du hast es gut!
 

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.