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Buchempfehlung:

Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Braunschweig (Hrsg.):

Wer "verläßt den Boden der in der evangelischen Kirche geltenden Lehre"?

Groß Oesingen Verlag der Lutherischen Buchhandlung, 78 Seiten 

ISBN 3-86147-002-0

 

Aus dem Vorwort:

Die Evangelische Kirche in Deutschland" hat am 20.7.1992 zum Thema "Frauenordination und Bischofsamt" eine Stellungnahme ihrer "Kammer für Theologie" angenommen und veröffentlicht. Die Stellungnahme wurde am 17.8.1992 den Pfarrämtern der Braunschweigischen Landeskirche vom Landeskirchenamt mit dringender Empfehlung zugestellt und gebeten, "davon als Argumentationshilfe regen Gebrauch zu machen". Die Kirchliche Sammlung verschickte daraufhin am 25.3.1993 - ebenfalls an alle Kirchengemeinden - "Gesichtspunkte", die in gebotener Kürze auf die in der EKD-Stellungnahme angeführten Argumente und Behauptungen eingingen. Gleichzeitig wurde seinerzeit der gegen die EKD-Stellungnahme erhobene "Theologische(r) Widerspruch" des Erlanger Professors Reinhard Slenczka beigelegt.

In der Folgezeit ist die "Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Braunschweig" immer wieder im Blick auf ihre Stellung zur Frauenordination be- und natürlich auch hinterfragt worden. Sowohl Gegner als auch Befürworter der Frauenordination erbaten umfassende, über die im März 1993 verschickten "Gesichtspunkte" hinausgehende Informationen. Zum Teil sind diese in längst vergriffenen Broschüren oder nur in schwer zugänglichen Werken der letzten vierzig Jahre publiziert worden. Daneben ergab sich die Überlegung, auch aus dem umfangreichen Briefarchiv der Kirchlichen Sammlung Zitate bereitzustellen. Nicht alle diese Zeugnisse haben dasselbe Gewicht - manche sind vor einem ganz persönlichen Hintergrund zu sehen und ziehen ebensolche ganz persönliche Schlußfolgerungen und Bewertungen. Sie zeigen aber, in welche Tiefen theologischer und existentieller Anfechtung und Not die mit der Frauenordination zusammenhängenden Probleme geführt haben und noch führen können.

Die Kirchliche Sammlung in Braunschweig hat sich daher entschlossen, in einem umfassenderen Zusammenhang die erwähnten Zitate und Augsätze bereitzustellen. Es geschieht dies, um eine theologische Diskussion des genannten Komplexes weiterhin zu ermöglichen. ... Gleichzeitig hoffen wir, daß bei vorurteilsfreier Kenntnisnahme unserer theologischen Argumente und vorgelegten Zeugnisse aus der Kirchengeschichte die immer wieder (leider auch in der EKD-Stellungnahme) vorgebrachten unzutreffenden und teilweise sogar diffamierenden Vorwürfe gegen die Gegner der Frauenordination revidiert werden. ...

Unsere Einwände gegen den EKD-Text gründen in der Sorge um die Kirche und um die Frau; sie haben weder mit Frauenfeindlichkeit, noch mit leichtfertigem Kritisieren zu tun. Wir möchten dazu beitragen, daß auf der biblischen Grundlage und in Übereinstimmung mit der fast zweitausendjährigen Tradition der Kirche das besondere Charisma der Frau besser erkannt und berücksichtigt wird. Nach dem Bild vom Leibe Christi (1 Kor 12) wird die Besonderheit des Dienstes der Frau in der Kirche verfehlt, wenn er den des Mannes nur nachahmt oder ihm einfach "gleich" sein will. Vielmehr gilt es, besonders die Zusammenhänge (wieder) zu würdigen, in denen die Frau nicht vom Mann ersetzt werden kann. Die der Frau eigene Aufgeschlossenheit gegenüber dem Anruf Gottes sollte mehr beachtet werden: ihre besondere Art, nach dem Vorbild der Gottesmutter den Sohn Gottes geistlich aufzunehmen und das Gehörte im Herzen zu bewegen. Nicht selten ist auch ihre Leidensfähigkeit und Liebe stärker als die des Mannes. Besonders von der ihr eigenen mütterlichen Innigkeit hängt ab, wie der apostolische Auftrag der Kirche erfüllt wird, den Glauben und alle guten Werte an Kinder zu vermitteln. Im Anhang finden sich weitere Hinweise auf den besonderen Dienst der Frau in der Kirche.

Die EKD-Stellungnahme erfordert, folgende Themenbereiche näher zu bedenken:
1. Mann und Frau in Schöpfungs- und Heilsordnung,
2. Das Schriftverständnis,
3. Das Hirten- und Leitungssamt,
4. Frauenordination und reformatorisches Denken,
5. Ökumenische Verantwortung,
6. Rechtsverbindlichkeit.

Im Anhang werden Einzelfragen zu biblischen Texten behandelt. Ferner sind wesentliche Zeugnisse der frühen Kirche und aus unserem Jahrhundert aufgenommen.

 

Aus: "Theologischer Widerspruch" von Prof. Slenczka (1992):

1. Der Rat der EKD erklärt: "Die Kritik an der Wahl einer Frau in das evangelische Bischofsamt verläßt daher den Boden der evangelischen Kirche, wenn man zwar der Ordination von Frauen, nicht aber der Wahl einer Bischöfin zustimmen zu können meint. Aber auch eine prinzipielle Kritik an der Frauenordination verläßt den Boden der in der evangelischen Kirche geltenden Lehre."

Dazu ist zu sagen: Nach Form und Inhalt liegt hier eine Aussage vor, mit der zum einen der Anschluß aus der Kirchengemeinschaft ("...verläßt daher den Boden der evangelischen Kirche") und zum anderen der Tatbestand der Häresie ("... verläßt den Boden der in der evangelischen Kirche geltenden Lehre") konstatiert wird. Dies ist die klassische Form des Anathems.

Dazu ist zu fragen:  Ist sich der Rat der EKD über das im klaren, was er damit getan hat? die nach wie vor umstrittene Frage der Frauenordination wird zur Bekenntnis- und Heilsfrage erhoben. Damit werden innerhalb der EKD wie auch außerhalb der bestehenden Kirchengemeinschaft alle diejenigen für ausgeschlossen und als Häretiker erklärt, die unter Berufung auf die Schrift, auf das Bekenntnis und den jahrhundertelangen Konsens der christlichen Kirche diesen Beschlüssen nicht zustimmen können. 
...
Wohin ist die Kirche der Reformation gekommen, wenn sie Mehrheitsentscheidungen kirchlicher Instanzen für heilsnotwendig erklärt, wenn diejenigen, die dem aufgrund der Schrift widersprechen, diffamiert werden und wenn schließlich an das Wort Gottes gebundenen Gewissen durch Zwangsmaßnahmen diszipliniert werden?

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Zu beziehen durch: 
Verlag der Lutherischen Buchhandlung
OT Zahrenholz-Eichenring 18
29393 Gr. Oesingen
Tel. 05838/ 772 - Fax 05838/ 702

siehe auch: Hier

 

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