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Sonntag Sexagesimä

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19. Februar 2017

Liturgische Farbe:    grün  

Auch dieser Sonntag ist durch seinen Namen - der 60. (Tag) - auf Ostern bezogen. Das Evangelium beschreibt im Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld, wie es dem göttlichen Wort in den Herzen der Menschen ergeht (vgl. die erste Kollekte). Das Lied der Woche drückt in seiner dritten Strophe die Gewißheit aus, daß "das Land Frucht bringt", doch ist das ganze Lied zugleich auf den Ton der Bitte um den Segen des Wortes gestimmt. In der Epistel (in ihrer vollständigen Form die längste unter allen Episteln) bezeugt der Apostel: weder die erlittenen Drangsale, noch die außergewöhnlichen Erfahrungen und Erlebnisse begründen einen Anspruch oder bilden einen Grund eitlen Rühmens, vielmehr ist die Gnade Gottes, die in der menschlichen Schwachheit ihre Kraft entfaltet, für den Menschen genug. Das zweite Kollektengebet spricht in der Form der Bitte aus, daß wir uns allein der Gnade getrösten. Der Psalm bestätigt es als die Erfahrung der Väter, daß Gottes "Wohlgefallen" stärker ist als Rüstung und Waffen, während die Antiphon wieder in einer gewissen Gegensätzlichkeit aus der Verlassenheit und Angst heraus Gott anfleht "sich aufzumachen".

Agende für evangelisch-lutherische Gemeinden, Erster Band, 1962 Lutherisches Verlagshaus Berlin

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Introitus
Antiphon:
Mache dich auf, Herr und verstoße uns nicht so gar; hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen.
Psalm:
Gott, wir haben's mit unsern Ohren gehöret, unsre Väter haben's uns erzählet,
  was du getan hast zu ihren Zeiten vor alters.
Denn sie haben das Land nicht eingenommen durch ihr Schwert,
  und ihr Arm half ihnen nicht,
sondern deine Rechte, dein Arm und das Licht deines Angesichts;
  denn du hattest Wohlgefallen an ihnen.
[Ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen,
  und mein Schwert kann mir nicht helfen.
Sondern du hilfst uns von unsern Feinden
  und machest zu Schanden, die uns hassen.]
Wir wollen täglich rühmen von Gott
  und deinem Namen danken ewiglich.
Ehre sei dem Vater und dem Sohne
  und dem Heiligen Geiste,
wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
  und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

B wie am Sonntag Estomihi

Kollekte
O Herr, wir bitten dich, erwecke die Herzen deiner Gläubigen, auf daß sie die Frucht deines göttlichen Wortes immer völliger bringen und die Hilfe deiner Gnade immer reichlicher empfangen.
Durch unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn / der mit dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit.

oder:

Ewiger, gütiger Gott, der du weißt, daß wir auf unser tun nicht können noch wollen vertrauen: verleihe gnädig, daß wir durch deinen Schutz still und sicher vorn unsern Feinden leben.
Durch unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn / der mit dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Epistel
2 Kor 11,21b-12,9
Brüder! [Wo einer kühn ist - ich rede in Torheit -, da bin ich auch kühn.
Sie sind Hebräer - ich auch! Sie sind Israeliten - ich auch! Sie sind Abrahams Kinder - ich auch!
Sie sind Diener Christi - ich rede töricht: ich bin's weit mehr! Ich habe mehr gearbeitet, ich bin öfter gefangen gewesen, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin oft in Todesnöten gewesen.
Von den Juden habe ich fünfmal erhalten vierzig Geißelhiebe weniger einen;
ich bin dreimal mit Stöcken geschlagen, einmal gesteinigt worden; dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, einen Tag und eine Nacht trieb ich auf dem tiefen Meer.
Ich bin oft gereist, ich bin in Gefahr gewesen durch Flüsse, in Gefahr unter Räubern, in Gefahr unter Juden, in Gefahr unter Heiden, in Gefahr in Städten, in Gefahr in Wüsten, in Gefahr auf dem Meer, in Gefahr unter falschen Brüdern;
in Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße;
und außer all dem noch das, was täglich auf mich einstürmt, und die Sorge für alle Gemeinden.
Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird zu Fall gebracht, und ich brenne nicht?
Wenn ich mich denn rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen.
Gott, der Vater des Herrn Jesus, der gelobt sei in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge.
In Damaskus bewachte der Statthalter des Königs Aretas die Stadt der Damaszener und wollte mich gefangennehmen,
und ich wurde in einem Korb durch ein Fenster die Mauer hinuntergelassen und entrann seinen Händen.]
Gerühmt muß werden; wenn es auch nichts nützt, so will ich doch kommen auf die Erscheinungen und Offenbarungen des Herrn.
Ich kenne einen Menschen in Christus; vor vierzehn Jahren - ist er im Leib gewesen? ich weiß es nicht; oder ist er außer dem Leib gewesen? ich weiß es auch nicht; Gott weiß es -, da wurde derselbe entrückt bis in den dritten Himmel.
Und ich kenne denselben Menschen - ob er im Leib oder außer dem Leib gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es -,
der wurde entrückt in das Paradies und hörte unaussprechliche Worte, die kein Mensch sagen kann.
Für denselben will ich mich rühmen; für mich selbst aber will ich mich nicht rühmen, außer meiner Schwachheit.
Und wenn ich mich rühmen wollte, wäre ich nicht töricht; denn ich würde die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber dessen, damit nicht jemand mich höher achte, als er an mir sieht oder von mir hört.
Und damit ich mich wegen der hohen Offenbarungen nicht überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe.
Seinetwegen habe ich dreimal zum Herrn gefleht, daß er von mir weiche.
Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne.

Lied
Es wolle Gott uns gnädig sein (EG 280)

1. Es wolle Gott uns gnädig sein
und seinen Segen geben,
sein Antlitz uns mit hellem Schein
erleucht zum ewgen Leben,
daß wir erkennen seine Werk
und was ihm lieb auf Erden,
und Jesus Christus, Heil und Stärk,
bekannt den Heiden werden
und sie zu Gott bekehren.
 
2. So danken, Gott, und loben dich
die Heiden überalle,
und alle Welt, die freue sich
und sing mit großem Schalle,
daß du auf Erden Richter bist
und läßt die Sünd nicht walten;
dein Wort die Hut und Weide ist,
die alles Volk erhalten,
in rechter Bahn zu wallen.
 
3. Es danke, Gott, und lobe dich
das Volk in guten Taten;
das Land bringt Frucht und bessert sich,
dein Wort ist wohlgeraten.
Uns segne Vater und der Sohn,
uns segne Gott der Heilig Geist,
dem alle Welt die Ehre tu,
vor ihm sich fürchte allermeist.
Nun sprecht von Herzen: Amen.

Evangelium
Lk 8,4-15
Als nun eine große Menge beieinander war und sie aus den Städten zu ihm eilten, redete Jesus in einem Gleichnis:
Es ging ein Sämann aus, zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel einiges auf den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen's auf.
Und einiges fiel auf den Fels; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte.
Und einiges fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten's.
Und einiges fiel auf gutes Land; und es ging auf und trug hundertfach Frucht. Als er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre!
Es fragten ihn aber seine Jünger, was dies Gleichnis bedeute.
Er aber sprach: Euch ist's gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu verstehen, den andern aber in Gleichnissen, damit sie es nicht sehen, auch wenn sie es sehen, und nicht verstehen, auch wenn sie es hören.
Das Gleichnis aber bedeutet dies: Der Same ist das Wort Gottes.
Die aber auf dem Weg, das sind die, die es hören; danach kommt der Teufel und nimmt das Wort aus ihrem Herzen, damit sie nicht glauben und selig werden.
Die aber auf dem Fels sind die: wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an. Doch sie haben keine Wurzel; eine Zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab.
Was aber unter die Dornen fiel, sind die, die es hören und gehen hin und ersticken unter den Sorgen, dem Reichtum und den Freuden des Lebens und bringen keine Frucht.
Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.

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