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Sonntag Septuagesimä

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12. Februar 2017

Liturgische Farbe:    grün  

Der Name des Sonntags bedeutet 70 (Tage) und bezeichnet in ungefährer Zählung den Abstand von Ostern, es ist also der erste Sonntag, der durch seinen Namen sich schon als zum Osterfestkreis zugehörig erweist. Das Evangelium von dem "Lohn", der kein Lohn ist, zeigt unter allen Gleichnissen des Herrn am deutlichsten, daß wir nicht den Lohn für unsere Leistung, sondern allein das unverdiente Geschenk der göttlichen Erbarmung zu erwaren haben und empfangen. Dies hat Paul Speratus in seinem lehrhaften Lied besungen und die Kollekte rückt diese gleiche reformatorische Grunderkenntnis in der Form der flehentlichen Bitte aus. Indem die Epistel von der "Askese" des Fastens redet und als uns dazu aufruft, im geistlichen Kampf dem "Kleinod" nachzujagen, tritt die andere Seite in unser Blickfeld, die über der Gnadenlehre nicht vergessen werden darf, Psalm und Antiphon preisen in gehäuften Bildern die Geborgenheit des Menschen, der, von den Banden des Todes umfangen, seine Zuflucht sucht und findet bei dem Herrn, den er herzlich lieb hat.

Agende für evangelisch-lutherische Gemeinden, Erster Band, 1962 Lutherisches Verlagshaus Berlin

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Introitus
Antiphon:
[Es umfingen mich des Todes Bande, und die Bäche des Verderbens erschreckten mich.]
Da mir angst war, rief ich den Herrn an, da erhörte er meine Stimme von seinem Tempel.
Psalm:
Herzlich lieb habe ich dich, HERR, meine Stärke! /
  Herr, mein Fels, meine Burg, mein Erretter,
mein Gott, mein Hort, auf den ich traue,
  mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz!
Denn du hilfst dem elenden Volk,
  und die hohen Augen erniedrigst du.
Denn du erleuchtest meine Leuchte.
  Der HERR, mein Gott, machet licht meine Finsternis .
[Gottes Wege sind vollkommen; die Reden des HERRN sind durchläutert;
  er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen.
Du gibst mir den Schild deines Heils, und deine Rechte stärket mich;
  und wenn du mich demütigst, machst du mich groß.]
Ehre sei dem Vater und dem Sohne
  und dem Heiligen Geiste,
wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
  und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

B wie am Sonntag Estomihi

Kollekte
Herr Gott, himmlischer Vater, erhöre die Bitten deines Volkes / und ob wir wohl um unserer Sünde willen Strafe verdienet haben, so errette uns doch in Gnaden um deines herrlichen Namens willen.
Durch unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn / der mit dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Epistel
1 Kor 9,24-27
Wißt ihr nicht, daß die, die in der Kampfbahn laufen, die laufen alle, aber einer empfängt den Siegespreis? Lauft so, daß ihr ihn erlangt.
Jeder aber, der kämpft, enthält sich aller Dinge; jene nun, damit sie einen vergänglichen Kranz empfangen, wir aber einen unvergänglichen.
Ich aber laufe nicht wie aufs Ungewisse; ich kämpfe mit der Faust, nicht wie einer, der in die Luft schlägt,
sondern ich bezwinge meinen Leib und zähme ihn, damit ich nicht andern predige und selbst verwerflich werde.
Ich will euch aber, liebe Brüder, nicht in Unwissenheit darüber lassen, daß unsre Väter alle unter der Wolke gewesen und alle durchs Meer gegangen sind;
und alle sind auf Mose getauft worden durch die Wolke und durch das Meer
und haben alle dieselbe geistliche Speise gegessen
und haben alle denselben geistlichen Trank getrunken; sie tranken nämlich von dem geistlichen Felsen, der ihnen folgte; der Fels aber war Christus.
Aber an den meisten von ihnen hatte Gott kein Wohlgefallen.

Lied
Es ist das Heil uns kommen her (EG 342)

1. Es ist das Heil uns kommen her
von Gnad und lauter Güte;
die Werk, die helfen nimmermehr,
sie können nicht behüten.
Der Glaub sieht Jesus Christus an,
der hat für uns genug getan,
er ist der Mittler worden.
 
6. Es ist gerecht vor Gott allein,
der diesen Glauben fasset;
der Glaub gibt einen hellen Schein,
wenn er die Werk nicht lasset;
mit Gott der Glaub ist wohl daran,
dem Nächsten wird die Lieb Guts tun,
bist du aus Gott geboren.
 
2. Was Gott im G'setz geboten hat,
da man es nicht konnt halten,
erhob sich Zorn und große Not
vor Gott so mannigfalten;
vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist,
vom G'setz erfordert allermeist;
es war mit uns verloren.
 
7. Die Werk, die kommen g'wißlich her
aus einem rechten Glauben;
denn das nicht rechter Glaube wär,
wolltst ihn der Werk berauben.
Doch macht allein der Glaub gerecht;
die Werk, die sind des Nächsten Knecht,
dran wir den Glauben merken.
 
3. Doch mußt das G'setz erfüllet sein,
sonst wärn wir all verdorben.
Drum schickt Gott seinen Sohn herein,
der selber Mensch ist worden;
das ganz Gesetz hat er erfüllt,
damit seins Vaters Zorn gestillt,
der über uns ging alle.
 
8. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis
um dieser Guttat willen
Gott Vater, Sohn und Heilgem Geist.
Der woll mit Gnad erfüllen,
was er in uns ang'fangen hat
zu Ehren seiner Majestät,
daß heilig werd sein Name;
 
4. Und wenn es nun erfüllet ist
durch den, der es konnt halten,
so lerne jetzt ein frommer Christ
des Glaubens recht Gestalte.
Nicht mehr denn: "Lieber Herre mein,
dein Tod wird mir das Leben sein,
du hast für mich bezahlet."
 
9. sein Reich zukomm; sein Will auf Erd
g'scheh wie im Himmelsthrone;
das täglich Brot noch heut uns werd;
woll unsrer Schuld verschonen,
wie wir auch unsern Schuldnern tun;
laß uns nicht in Versuchung stehn;
lös uns vom Übel. Amen.
 
5. Daran ich keinen Zweifel trag,
dein Wort kann nicht betrügen.
Nun sagst du, daß kein Mensch verzag
- das wirst du nimmer lügen -:
"Wer glaubt an mich und wird getauft,
demselben ist der Himmel erkauft,
daß er nicht werd verloren."
 

Evangelium
Mt 20,1-16a
In jener Zeit trug Jesus seinen Jüngern ein Gleichnis vor uns sprach: Denn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen.
Und als er mit den Arbeitern einig wurde über einen Silbergroschen als Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg.
Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere müßig auf dem Markt stehen
und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist.
und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat dasselbe.
Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere und sprach zu ihnen: Was steht ihr den ganzen Tag müßig da?
Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand eingestellt. Er sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg.
Als es nun Abend wurde, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und fang an bei den letzten bis zu den ersten.
Da kamen, die um die elfte Stunde eingestellt waren, und jeder empfing seinen Silbergroschen.
Als aber die ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und auch sie empfingen ein jeder seinen Silbergroschen.
Und als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn
und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben.
Er antwortete aber und sagte zu einem von ihnen: Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen Silbergroschen?
Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem letzten dasselbe geben wie dir.
Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist? Siehst du scheel drein, weil ich so gütig bin?
So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.

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