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Sonntag vor den Fasten: Estomihi

(Quinquagesimä)

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26. Februar 2017

Liturgische Farbe:    grün  

Von den drei Namen, mit denen dieser Sonntag bezeichnet wird, bezieht sich der erste auf die im Laufe dieser Woche beginnende Fastenzeit, der zweite ist wie alle Sonntagsnamen in der Fastenzeit (außer Palmarum) das Anfangswort der (lateinischen) Antiphon dieses Tages: Estomihi = sei mir (ein starker Fels), der dritte Name zählt abgerundet "50" Tage bis Ostern. Das Evangelium von der Leidensankündigung und der Heilung des Blinden schaut voraus auf den Passionsweg des Herrn und richtet auch an uns die Frage, ob wir wirklich das wollen, was der Herr an uns tun will. Das Lied der Woche entfaltet, was es heißt, mit Jesu "hinauszugehen nach Jerusalem". Die Epistel erinnert uns daran, daß alle Nachfolge des Herrn nur echt ist und vor Gott gilt, wenn sie Nachfolge der Liebe ist. Psalm und Antiphon sind das Gebet dessen, der auf dem Weg der Nachfolge angefochten wird und sich durchringt zu getrostem Vertrauen. Auch die beiden Kollektengebete reden, freilich ohne näheren Zusammenhang mit dem Leiden des Herrn, von Buße und Gehorsam.

Agende für evangelisch-lutherische Gemeinden, Erster Band, 1962 Lutherisches Verlagshaus Berlin

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Introitus
Antiphon:
Sei mir ein starker Fels und eine Burg, daß du mit helfest: [denn du bist mein Fels und meine Burg; und] um deines Namens willen wolltest du mich leiten und führen.
Psalm:
Herr, auf dich traue ich, laß mich nimmermehr zu Schanden werden.
  Errette mich durch deine Gerechtigkeit!
In deine Hände befehle ich meinen Geist.
   Du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.
Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte,
  daß du mein elend ansiehst und erkennest meine Seele in der Not
und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes.
  Du stellst meine Füße auf weiten Raum.
[Wie groß ist deine Güte, die du bewahrest hast denen, die dich fürchten
  und erzeigest vor den Leuten denen, die auf dich trauen.
Seid getrost und unverzagt
  alle, die ihr des Herren harret]
Ehre sei dem Vater und dem Sohne
  und dem Heiligen Geiste,
wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
  und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Kollekte
Herr Gott, der du allezeit Lust hast zur Barmherzigkeit und gerne verschonest: nimm an unser bußfertig Gebet / und mache alle, die in Banden der Sünde liegen, los und ledig nach deiner milden Güte.
Durch unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn / der mit dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit.

oder:

Herr Gott, himmlischer Vater, der du uns nüchtern und mäßig zu sein befohlen hast: verleihe deinem Volke, daß wir mit Geduld in guten Werken uns üben und als deine Kinder in wahren Gehorsam erfunden werden.
Durch unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn / der mit dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Epistel
1 Kor 13
Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.
Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, so daß ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.
Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen, und hätte die Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze.
Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf,
sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,
sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit;
sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.
Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird.
Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.
Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.
Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war.
Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.
Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Lied
Lasset uns mit Jesus ziehen (EG 384)

1. Lasset uns mit Jesus ziehen,
seinem Vorbild folgen nach,
in der Welt der Welt entfliehen
auf der Bahn, die er uns brach,
immerfort zum Himmel reisen,
irdisch noch schon himmlisch sein,
glauben recht und leben rein,
in der Lieb den Glauben weisen.
Treuer Jesu, bleib bei mir,
gehe vor, ich folge dir.
 
2. Lasset uns mit Jesus leiden,
seinem Vorbild werden gleich;
nach dem Leide folgen Freuden,
Armut hier macht dorten reich,
Tränensaat, die erntet Lachen;
Hoffnung tröste die Geduld:
es kann leichtlich Gottes Huld
aus dem Regen Sonne machen.
Jesu, hier leid ich mit dir,
dort teil deine Freud mit mir!

 
3. Lasset uns mit Jesus sterben;
sein Tod uns vom andern Tod
rettet und vom Seelverderben,
von der ewiglichen Not.
Laßt uns töten hier im Leben
unser Fleisch, ihm sterben ab,
so wird er uns aus dem Grab
in das Himmelsleben heben.
Jesu, sterb ich, sterb ich dir,
daß ich lebe für und für.

Evangelium
Lk 18,31,43
Jesus nahm aber zu sich die Zwölf und sprach zu ihnen: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.
Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet und mißhandelt und angespien werden,
und sie werden ihn geißeln und töten; und am dritten Tage wird er auferstehen.
Sie aber begriffen nichts davon, und der Sinn der Rede war ihnen verborgen, und sie verstanden nicht, was damit gesagt war.
Es begab sich aber, als er in die Nähe von Jericho kam, daß ein Blinder am Wege saß und bettelte.
Als er aber die Menge hörte, die vorbeiging, forschte er, was das wäre.
Da berichteten sie ihm, Jesus von Nazareth gehe vorbei.
Und er rief: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!
Die aber vornean gingen, fuhren ihn an, er solle schweigen. Er aber schrie noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner!
Jesus aber blieb stehen und ließ ihn zu sich führen. Als er aber näher kam, fragte er ihn:
Was willst du, daß ich für dich tun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen kann.
Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen.
Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach und pries Gott. Und alles Volk, das es sah, lobte Gott.

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