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Unsere Gemeinschaft und ihre Entstehung

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Hier vorweg zwei Hinweise, um immer wieder auftretende Mißverständnisse vermeiden zu helfen.

  1. 1. Versteht man unter einer „Kommunität" ausschließlich eine geistliche Gemeinschaft, deren Glieder sich zu einem gemeinsamen Leben in Besitzlosigkeit, Ehelosigkeit, Anerkennung geistlicher Autorität verpflichtet haben, ist die Cottbusser "Kommunität St. Michael" keine "Kommunität" im herkömmlichen Sinn. Denn ihre Glieder und Freunde sind zwar in einer geistlichen Gemeinschaft zur gemeinsamen verbindlichen Nachfolge ihres Herrn Jesus Christus vereint, jedoch ohne sich dazu aus Familie und Beruf zu lösen. Den eingeführten Namen "Kommunität St. Michael" möchten wir aber nicht leichthin ändern. Wir bitten also, das Wort "Kommunität" hier als das zu verstehen, was es ursprünglich heißt: "Gemeinschaft".
     

  2. 2. Die "Kommunität St. Michael" ist keine "Kirchgemeinde" der "Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz".
    Die Glieder der Cottbusser "Kommunität St. Michael" gehören zwar der "Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz"  an, doch werden Existenz und Aktivitäten der "Kommunität St. Michael" - wie uns unter anderem sogar schriftlich mitgeteilt wurde - von Verantwortlichen unserer Landeskirche als "nicht notwendig" angesehen. Da die Glieder und Freunde der Kommunität dies anders beurteilen, wird die "Kommunität St. Michael" jedoch mit Gottes Hilfe weiter existieren und agieren solange es Ihm gefällt.

     

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Die reformatorischen Schlagworte vom einzelnen, vom Wort, vom Glauben, von der Gemeinde sind etwas für erschrockene Sünder, für Menschen, die sich fürchten vor dem schrecklichen Zorn Gottes, für heilsdurstige Seelen, für eine Kirche, die alles irdische Gut und Wohl ... für die eine kostbare Perle verkauft, die sie gefunden hat: das Reich Gottes, welches gründet in den Wunden, im Siege, in der Königsherrschaft, in der Wiederkunft Jesu Christi, in der Ausgießung und den endzeitlichen Kräften des Heiligen Geistes, ausgegossen über unser armes Fleisch und Blut! 
Diese geistlichen Kleinodien müssen wieder sichtbar werden in den evangelischen Gemeinschaften, und sich dafür verspotten, verachten, verraten und ausstoßen zu lassen von unseren protestantischen Kirchenbehörden und Gottesdienstbesuchern - das wird der abendländischen Christenheit ein Gotteszeichen geben, daß die evangelische Sache, das evangelische Christen-Volk lebt und vor den Toren der Kirche wartet. Diese Verachtung tragen, von denen auferlegt, die sich Evangelische heißen (aber aus dem Evangelium und in dem Evangelium sind sie nicht und seine Kraft verleugnen sie): das sind Früchte der Buße, auf die Gott bei uns wartet.

aus: Max Lackmann "Credo Ecclesiam Catholicam - Evangelisches Bekenntnis gegen den Protestantismus"

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Ab ipsa veritate coacti - Von der Wahrheit selbst bezwungen

Die Kommunität "St. Michael" - Cottbus ist nicht nach einer bewußten Planung entstanden, sondern gleichsam unbeabsichtigt. Menschen, "von der Wahrheit selbst bezwungen", "vermögen nichts wider die Wahrheit, sondern nur etwas für die Wahrheit" (2 Kor 13,8).

Wo Gott recht verehrt und angebetet wird, da öffnen sich ungeahnte Perspektiven und immer neue Wege. Und manchmal wird Altes neu.

Unter einigen evangelikalen Christen in Cottbus gab es Mitte der neunziger Jahre ein neues Fragen nach dem, was „Kirche“ bzw. "Gemeinde" eigentlich ist und zu tun hat. Angeregt wurde dieses Fragen durch ein Schauen über den Tellerrand des eigenen pietistischen Frömmigkeitsstils hinaus. Denn die Gemeinschaftsbewegung in Deutschland, die sich 1888 zum sog. "Gnadauer Verband" zusammengeschlossen hat, lebt in einem Dilemma in Bezug auf ihr Gemeindeverständnis. Man meint, keine Gemeinde zu sein, und ist es eigentlich doch. Oder vielleicht nicht? Es brechen darum immer gerade wieder bei den Gemeinschaftsleuten viele Fragen auf im Blick auf "Gemeinde".

Zur Gründung einer Gemeinschaft pietistischer und hochkirchlicher Prägung kam es im November 1999. Die im Frühjahr 1996 zaghaft begonnene Arbeit eines unverbindlichen Kreises sollte durch Strukturen gefestigt werden.  Ebenso schien auch der Zusammenschluß in einer geistlichen Gemeinschaft angeraten, um anderen, mit denen man zu tun hat, sagen zu können, wer man sei und wofür man stehe. Es schien angeraten, daß eine „geistliche Gemeinschaft“ bzw. Bruderschaft als Trägerkreis für die stattfindenden Gottesdienste und Bibelstunden in Erscheinung tritt.

Der Superintendent unseres Kirchenkreises, an den wir uns damals in einem mehrseitigen Brief wandten, teilte uns in einem knappen Antwortschreiben lediglich (sinngemäß) mit, daß er eine Notwendigkeit für die Existenz der "Kommunität" nicht sähe und ihre Auflösung sehr begrüßen würde. Auf ein erneutes Schreiben erhielten wir gar keine Antwort mehr.
Eine 2004 geplante Beteiligung der "Kommunität St. Michael" an der Cottbusser "Nacht der offenen Kirchen" wurde von Vertretern unserer Landeskirche schließlich verhindert.

Seit 2002 treffen wir uns in eigenen Gemeinderäumen

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Die „Ordnung der Kommunität St. Michael" ist zweigeteilt. Teil Eins finden Sie hier. Teil Zwei der Ordnung beschreibt deren inneren Ordnungen, die der Verwirklichung der Ziele der Kommunität dienen sollen.
Die "Kommunität St. Michael" soll nach dem Willen ihrer Glieder nicht ins Vereinsregister eingetragen werden. Wir haben uns aber um die Anerkennung der Gemeinnützigkeit bemüht und wurden vom Finanzamt Cottbus als ausschließlich und unmittelbar kirchlichen und religiösen Zwecken dienend anerkannt.

Aufs engste verbunden ist "St. Michael" mit dem "Hochkirchlichen Apostolat St. Ansgar" (HAStA) und seinem Leiter, dem Bremer Pfarrer i. R. Karsten Bürgener.

Der Erzengel Michael ist Patron von "St. Michael", weil er seit jeher als der Patron der kämpfenden Kirche gilt.

"Wir haben für nichts Geringeres unsere Hände emporzuheben als für dies: daß in der evangelischen Christenheit siege das wahre Israel Gottes, nicht aber Amalek, die Feinde aus dem Hinterhalt (5. Mose 17,11).
Der Hinterhalt aber, den der böse Feind und seine Helfershelfer der heiligen Kirche legen, hat seit der Versuchungsgeschichte Evas bis zur Versuchungsgeschichte des Herrn nur   e i n e   Signatur: "Sollte Gott gesagt haben ...?" "Laß dich hinab, denn es steht geschrieben ...": Verdrehung, Verfälschung des göttlichen Wortes!"

Max Lackmann: Ein Hilferuf aus der Kirche für die Kirche (1955)

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"Darf" die Kommunität St. Michael tun, was sie tut?
Das ist eine Frage, die wir uns selbst gestellt haben und die uns immer wieder von anderen gestellt wurde

Wir antworten: Man darf nicht nur, man muß es tun wegen der kirchlichen Not unserer Tage. 
Was wir in "St. Michael" tut, tun wir sie im Grunde gemäß der „dritten Weise“ des Gottesdienstes, von der Luther in der Vorrede zur "Deutschen Messe" schreibt:

Die Gottesdienste und Messen, die eine rechte evangelische Ordnung erhalten sollten, dürften nicht so öffentlich auf dem Platz vor jedermann gehalten werden. Vielmehr müssten diejenigen, die mit Ernst Christen sein wollen und das Evangelium mit Taten und Worten bekennen, sich mit Namen eintragen und irgendwo in einem Haus versammeln, um zu beten, zu lesen, zu taufen, das Abendmahl zu empfangen und andere christliche Werke zu tun. In dieser Ordnung könnte man diejenigen, die sich nicht christlich verhielten, erkennen, tadeln, bessern, ausstoßen oder in den Bann tun nach der Regel Christi (Matt 18,15-17). Hier könnte man auch eine allgemeine Opfergabe auferlegen, die man freiwillig gibt und an die Armen austeilt – nach dem Beispiel des heiligen Paulus (2 Kor 9,1). Hier wären nicht viele und große Gesänge notwendig. Hier könnte man auf eine kurze und gute Art Taufe und das Abendmahl feiern und alles auf das Wort, das Gebet und die Liebe ausrichten. Hier müsste man einen guten, kurzen Katechismus über das Glaubensbekenntnis, die Zehn Gebote und das Vaterunser haben. Kurzum, wenn man die Leute und Personen hätte, die mit Ernst Christen sein wollen, wären die Ordnungen und Regeln bald gemacht. Aber ich kann und mag eine solche Gemeinde oder Versammlung noch nicht anweisen oder einrichten, denn dazu habe ich noch keine Leute und Personen, wie ich auch nicht viele sehe, die sich dazu drängen. Kommt es aber, daß ich es tun muß und dazu gedrängt werde, so daß ich es mit gutem Gewissen nicht unterlassen kann, will ich das meine gerne dazutun und so gut ich kann helfen. Bis dahin will ich es bei den beiden (anderen vorher) genannten Arten bleiben lassen ... bis die Christen, die diese Bezeichnung ernst nehmen, sich selbst finden und  dazu anhalten, damit nicht eine Zusammenrottung wird, wenn ich es nach meinem Kopf erzwingen will. Denn wir Deutschen sind ein wildes, rohes Volk, mit dem nicht leicht etwas anzufangen ist, es treibe denn die höchste Not dazu.  

Solche "höchste Not" trieb uns, als die "Kommunität St. Michael" im Jahre 1999 nach einer Vorgeschichte von ca. vier Jahren entstand in der sich pietistische und hochkirchliche Frömmigkeit miteinander zu hochkirchlichem Pietismus verband.

Wir machen keine Kirchenpolitik, sondern wollen wie die ersten Christen beständig an der Lehre der Apostel, im Brotbrechen, in der Gemeinschaft und in den Gebeten bleiben (Apg 2,42). Dieser Wunsch als solcher sagt natürlich nicht viel über uns aus, denn bei der Lehre der Apostel zu bleiben, auch im Brotbrechen, in der Gemeinschaft und in den Gebeten ist sicher kein Proprium der geistlichen Gemeinschaften, sondern ein allgemein christliches Anliegen; ist Christenrecht und Christenpflicht.

Wir wissen gleichwohl:

Wir sind es doch nicht, die da die Kirche erhalten könnten, unsere Vorfahren sind es auch nicht gewesen, unsere Nachkommen werdens auch nicht sein; sondern der ists gewesen, ists noch, wirds sein, der da spricht: "Ich bin bei euch bis an der Welt Ende"  wie Hebr, 13 stehet: "Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit«, und Offb. 1, 4: »Der da war, der da ist, der da kommt". ...
Denn du und ich sind vor tausend Jahren nichts gewesen, da dennoch die Kirche ohne uns erhalten worden ist, und hats der tun müssen, der da heißt: "Der da war" und "gestern". So sind wirs jetzt auch nicht bei unserm Leben, denn die Kirche wird nicht durch uns erhalten.

Martin Luther: Wider die Antinomer. 1539. (zitiert nach: Martin Luther. Gesammelte Werke. Herausgegeben von Kurt Aland)
Originalzitat

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