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Weder ‚evangelisch‘ noch ‚Kirche‘

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„chrismon – Das evangelische Magazin" erscheint monatlich als Beilage in „Die Zeit", „Frankfurter Allgemeine Zeitung", „Mitteldeutsche Zeitung", „Süddeutsche Zeitung" etc. Dieses Presseorgan, das laut Impressum von den Spitzen der sogenannten Evangelischen Kirche Deutschlands verantwortet wird – von „Landesbischof" Dr. Johannes Friedrich, Präses Katrin Göring-Eckhardt (MdB), Dr. Margot Käßmann und Präses Nikolaus Schneider – darf darum als offizielles Organ dieser kirchenähnlichen Gemeinschaft betrachtet werden, für das die EKD viel Geld investiert, um damit an die Gesellschaft heranzutreten. Um was geht es bei diesem Magazin?

Normalerweise geht man davon aus, daß ein großer Aufwand und hohe Investitionen für ein Magazin, das man in allen großen Zeitungen Deutschlands einlegen läßt, nur einen Sinn machen, wenn man eine konkrete Botschaft transportieren will. Bei dieser Institution, die sich „evangelisch" nennt, würde man vermuten, es ginge um den christlichen Glauben und um christliches Leben. Nimmt man die aktuelle Dezember-Ausgabe zur Grundlage, um eine Antwort auf diese Frage zu finden, so gelangt man nach 62 Seiten zu der Erkenntnis, daß tatsächlich eine Botschaft vermittelt wird, aber weniger an gläubige Christen, als an die Welt nach dem Motto: ‚Wir sind eine liberale Kirche nach eurem Geschmack, an den Zeitgeist angepaßt, ohne verbindliche Glaubensinhalte und Gebote!‘

Der Beweis: Es ist bemerkenswert, wie es gelingt, ein über 60seitiges „evangelisches" Magazin mit Inhalten zu füllen, ohne dabei den christlichen Glauben zu verkünden und zu bekräftigen, im Gegenteil!

Zwei Beispiele. Das Titelthema lautet: „Die Zeit mit Kindern ist etwas Besonderes. Aber was, wenn die Kinder krank sind, so krank, daß sie vielleicht sterben?" – Auf die gestellte Frage wird keine Antwort gegeben, denn die journalistische Arbeit auf fast zehn Seiten erschöpft sich in dem kommentarlosen Abdruck von Berichten betroffener Eltern, in denen für die beschriebenen sehr schwierigen Lebenssituationen keinerlei Entscheidungshilfe zu einem christlichen Handeln - ausgerichtet an Gottes Geboten - gegeben wird. Die Herausgeber müssen sich die Frage gefallen lassen, ob man christliche Wertauffassungen noch vollständiger in Frage stellen kann, als es z.B. auf S.18 geschieht, wo eine Mutter (unkommentiert!) folgendes erzählt:

Ein paar Monate später wurde ich wieder schwanger, mit einem Jungen, ... eine Untersuchung des Plazentagewebes ergab, daß auch er Morbus Krabbe hatte. Wir konnten ihn nicht auch noch kriegen, das hätten wir nicht geschafft. Ich bekam eine Abtreibungspille, spürte seinen Todeskampf in mir. Zwei Tage später habe ich ihn tot zur Welt gebracht; es war in der 16. Schwangerschaftswoche. Wir gaben ihm den Namen Leon. Als wir uns von ihm verabschiedeten, lag er in einem Bastkörbchen unter einer Decke, ganz klein und zart. Hab eine gute Reise, sagten wir zu ihm und: Wir werden immer an dich denken. Danach fuhren wir mit Finja für vier Wochen an die Nordsee..."

Dieses: „Wir konnten ihn nicht auch noch kriegen, das hätten wir nicht geschafft" bleibt unwidersprochen bis an den Schluß der Erzählung. Der Eindruck wird vermittelt: Ein Kindesmord kann ein Lösungsweg für Probleme sein!

Das zweite Beispiel ist ein ebensolcher GAU – nur auf der Ebene des Glaubens: Auf Seite 24 findet sich ein Zweiseiter „religion für einsteiger" – oder sollte es besser heißen: „religion für aussteiger"? Letzteres ist nicht polemisch gemeint, sondern sachlich, denn die Botschaft, die hier „an den Mann / an die Frau" gebracht werden soll, wird schon gleich in der Überschrift hinausposaunt: „Gott wird Mensch – wie soll man sich das vorstellen? In jedem Fall war Jesus von Nazareth kein himmlisches Wesen, das auf Erden wandelte. Sondern ein wirklicher Mensch. Jemand wie der Nachbar." Dazu das Bild einer Türklingel, auf der zu lesen ist: Jesus.

Wer sich nach diesem Titel auf den Text einläßt, erfährt, daß sich der Autor sehr bewußt ist, was genau die Antwort des Evangeliums – und der katholischen Kirche – auf die Frage nach der Herkunft Jesu Christi ist. Lukas eins (die Verkündigung) wird zitiert, das Glaubensbekenntnis von Nizäa, Stellen aus dem Johannes- und dem Markus-Evangelium, die man unter vielen anderen für die Gottheit Christi anführen kann, aber all das wird so lange relativiert und zerredet, bis als Fazit im Schlußsatz nur übrig bleibt, daß „die Weihnachtsgeschichte vom Heiligen Geist, der eine Jungfrau schwängert, legendarische Ausschmückung (ist), mehr nicht."

An dieser Stelle angelangt, möchte man der EKD empfehlen, das Weihnachtsfest ausfallen zu lassen. Was gibt es noch zu feiern, wenn Jesus nicht der menschgewordene Sohn Gottes ist? Kann uns etwa ein einfacher Mensch von unseren Sünden erlösen? Wer in dieser Weise Hand anlegt, zuerst an der jungfräulichen Empfängnis Mariens, dann an der Menschwerdung des Sohnes Gottes, der zerstört auch den christlichen Glauben an den dreifaltigen Gott! Es muß darum festgestellt werden, daß die EKD ausweislich ihres publizistischen Flagschiffs nicht denselben Gott anbetet wie die katholische Kirche.

Alle Befürworter der Ökumene sollten es sich einmal vor Augen führen, welchen Sinn ihr Handeln hat, wenn der „ökumenische Partner" die Gottheit Jesu Christi und damit auch den dreifaltigen Gott leugnet. Mit welchem Recht trägt diese Institution dann noch den Namen „evangelisch"? Das Evangelium bezeugt doch in aller Deutlichkeit, daß Jesus Christus wahrer Mensch und wahrer Gott ist: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort... Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des Eingeborenen vom Vater, voll der Gnade und Wahrheit!" (Joh 1,1;14)

Wer da von „legendarischer Ausschmückung" spricht, ist nicht mehr ernst zu nehmen, weil er die Heilige Schrift als eine göttliche Offenbarungsquelle nicht mehr ernst nimmt. Von Herzen ist all jenen, die sich noch in der EKD befinden, zu wünschen, daß sie dieses falsche Spiel durchschauen. Die rettende Wahrheit ist woanders beheimatet. In der EKD wird nicht der Geist und die Botschaft Jesu Christi verkündet, sondern ein antichristlicher Geist, eine antichristliche Botschaft. Zu diesem Urteil kommt man notgedrungen, wenn man den Maßstab anlegt, den uns der hl. Apostel und Evangelist Johannes an die Hand gibt, wenn er in der Leugnung der „Fleischwerdung Gottes" den Geist des Antichristen ausgemacht:

Geliebte, trauet nicht jedem Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie aus Gott seien, denn viele falsche Propheten sind in die Welt ausgegangen. Daran erkennt man den Geist Gottes: Jeder Geist, der bekennt, daß Jesus Christus im Fleische gekommen ist, der ist aus Gott; jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, ist nicht aus Gott. Dies ist der Geist des Antichrists." (1 Joh 4,3)

 

Quellen:Kirchliche Umschau 12/11

http://chrismon.evangelisch.de/artikel/2011/gott-wird-mensch-%E2%80%93-wie-soll-man-sich-das-vorstellen-12979

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