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Derselbe Gott?

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Seit dem 11. September 2001 steht der Islam neu im Zentrum des allgemeinen Interesses. Immer wieder ist in diesem Zusammenhang zu hören, daß Christen und Moslems ein und denselben Gott verehren würden. Stimmt das wirklich?

Vor einigen Jahren besuchte ich eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema. Ich sah zu Beginn, daß der moslemische Gesprächspartner vor Beginn der Veranstaltung ein Buch aus seiner Tasche nahm, es küßte und vor sich auf den Tisch legte. Ich vermutete, daß es sich bei diesem Buch um den Koran handelte.

Nun ist die Verehrung eines heiligen Buches keine ausschließlich moslemische Handlung. Auch in manchen christlichen Liturgien findet sich die Verehrung der Heiligen Schrift, durch die man Den ehren möchte, der durch die Heilige Schrift zu uns Menschen spricht.

Aber im Zusammenhang mit dem Thema des Abends erinnerte mich diese Geste gleich zu Beginn an einen entscheidenden Unterschied zwischen dem christlichen Glauben und dem Islam:  Der Koran ist für die Muslime „das vom Himmel gekommene Wort Gottes“ dessen Urschrift sich bei Allah befindet. Man geht wohl nicht fehl, wenn man behauptet, daß im Islam gilt: „Gottes Wort wurde Buch.“

Hier nun finden wir einen der fundamentale Unterschied zum christlichen Bekenntnis: Zwar hat auch die christliche Kirche ein heiliges Buch, aber dennoch ist der christliche Glauben keine „Buchreligion“. Denn der christliche Glauben bekennt nicht, daß das Wort Buch wurde, sondern er bekennt:

Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns.
Joh 1,14

Von Anfang an besingt die Kirche Gottes das „große Geheimnis des Glaubens“:

Er ist offenbart im Fleisch.
1 Tim 3,16

"Für uns Menschen und zu unserm Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden."

Der Glaube an die tatsächliche Menschwerdung des Sohnes Gottes ist das entscheidende Kennzeichen des christlichen Glaubens:

Im Mittelpunkt alles Christseins steht das große Geheimnis der Inkarnation. Von Gott im Himmel wissen auch die Heiden; das Neue Testament verkündet Gott, der auf die Erde kam.
Helmut Echternach

+++

Der Gott, den Mohammed predigte, hat keinen Sohn. Die Behauptung, daß Gott einen Sohn habe, wird im Koran als Lüge bezeichnet.

Und um jene zu warnen, die da sprechen, Allah habe einen Sohn gezeugt, wovon weder ihnen noch ihren Vätern Wissen ward. Ein schlimmes Wort, das aus ihrem Munde kommt! Sie sprechen nichts als Lüge.
Koran, Sure 18, 4-5

Der Apostel Petrus bekannte von Jesus:

Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!
Mt 16,16

Jesus bestätigte diese Aussage seines Apostels als "unfehlbar" wahr:

Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel.
Mt 16,17

Wirklich ein und derselbe Gott?

Matthias Niche