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Kirchliches Credo 75

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Wir veröffentlichen an dieser Stelle das Bekenntnis "Credo 75" des Kreisberufschulpfarrers  Karl August Hahne (Gelsenkirchen), des Gründers und ersten bischöflichen Leiters des "Hochkirchlichen Apostolats St. Ansgar". Bischof Hahne starb am 25. April 1982. Die "Kommunität St.Michael" ist dem "Hochkirchlichen Apostolat St. Ansgar" und seinem jetzigen Leiter, Herrn Pastor i. R. Karsten Bürgener (Bremen), eng verbunden.

Ein christliches Bekenntnis ist Lobpreis Gottes. Es ist aber immer auch Verteidigung des Glaubens, "der ein für allemal den Heiligen überliefert ist". Bischof Hahne sagte dazu: "Unser Kirchliches Bekenntnis 1975 ist Antwort auf viele Fragen und Hilferufe suchender, zweifelnder, irrender Menschen unserer und der kommenden Tage, auf die Hilferufe der von Wölfen in Schafskleidern verwirrten und bedrohten Herde." Die Gründe, die Bischof Hahne Mitte der siebziger Jahre zur Verteidigung des Glaubens nötigten, sind auch heute noch aktuell. Daher ist es not-wendig, das "Credo 75" (zusammen mit den von Bischof Hahne beigefügten Vorbemerkungen und Anmerkungen) erneut zu veröffentlichen.

Quelle: Karl August Hahne: Die Sieger von morgen. Glaube ohne Vorbehalt. Erschienen im Selbstverlag Gelsenkirchen 1976. 

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Kirchliches Credo 75: Übersicht

I. Die göttliche Dreifaltigkeit

II. Gottheit Christi

III. Auferstehung Jesu

IV. Altarsakrament

V. Sichtbare und unsichtbare Welt

VI. Engel und Erzengel

VII. Teufel und seine Engel

VIII. Heilige Schrift

IX. Sterben und Auferstehen

X. Kirche und Staat

XI. Amtspriestertum

XII. Jüngstes Gericht und soziale Gerechtigkeit

XIII. Allgemeines Priestertum aller Gläubigen

XIV. Gemeinschaft der Heiligen

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WIDER DIE WEITEN GEWISSEN!:

So schreibt der Apostel der Liebe Christi: 
Aber so auch wir oder ein Engel vom Himmel euch würde Evangelium predigen anders denn das wir euch gepredigt haben, der sei verflucht! Wie wir jetzt gesagt haben, so sagen wir auch abermals: So jemand euch Evangelium predigt anders, denn das ihr empfangen habt, der sei verflucht! Gal. 1, Vers 8-9 / 1 Kor 13

WIDER DIE ENGEN HERZEN!:

So schreibt der Apostel der Freude Christi:
Etliche predigen Christum auch um Neides oder Haders willen ... aus Zank und nicht lauter ... Was tut´s also? Daß nur Christum verkündigt werde allerleiweise, es sei zum Vorwande oder in Wahrheit, so freue ich mich doch darin und will mich auch freuen. Phil. 1, Vers 15-18

In den Lutherischen Bekenntnisschriften unserer Evangelischen Kirche ist in dem als unverletzlich gültig aufgenommenen Athanasianum folgendes zu lesen:
"Wer da will selig werden, der muß vor allen Dingen den rechten katholischen Glauben haben. Wer denselben nicht ganz und rein bewahrt, der wird ohne Zweifel ewiglich verloren sein. Wer denselben nicht fest und treulich glaubt, der kann nicht selig werden."

 

"Der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit." (1. Kor. 2,10)

Auf ein Wort!

Unsere Zeit ist dem Dogma nicht gewogen. Sie ignoriert es gern oder schiebt es gar bewußt beiseite. Diese Ablehnung oder zumindest Zurückhaltung beruht nicht selten in einer ungerechtfertigten Bescheidenheit, als könne kein Mensch über Gott Gewisses aussagen, eine Haltung, die stracks vorstehendem Pauluswort widerspricht wie auch dem Verhalten der Kirche zu allen Zeiten. Ein anderer Grund für die Dogmenfremdheit ist darin zu finden, daß unsere Zeit prononciert an der Freiheit irrt und an der Freiheit scheitert. Sie kann die Freiheit nicht mehr sehen in ihrer unlöslichen Verflochtenheit mit der Wahrheit und damit in ihrer Bindung an Gott und seinen Willen. Unsere Zeit kann schwer gehorchen, weil sie an der Freiheit irrt. Wir Christen sind aus der uns zuteil gewordenen Befreiung der Wahrheit verpflichtet und deshalb auch dem Dogma.

Wie dem Naturforscher in der ungeheuren Fülle der Natur geboten ist, Sinn und Regel, Gesetz und Kraft zu erkennen und zu artikulieren, so hat der Theologe im Lehramt, so hat die Kirche Recht und Pflicht, aus der Fülle von Schrift und lebendiger Tradition dem Fragenden klare Antwort zu geben, die Wahrheit zu artikulieren, Kompaß zu geben, festen Grund klarzulegen. Das aber ist das Wesen des Dogmas, jeder Lehraussage, jedes Credos, eines jeden Katechismus, sein unverzichtbarer Dienst für alle, die im Leben stehen. Dabei kann der Sprecher jeweils ein einzelner sein, ein Team von zwanzig oder gar zweihundert. Es muß sich erweisen, daß hier für die Kirche gesprochen wird. Auf die Bibel berufen sich alle Sekten ebenso wie alle Kirchen. Entscheidens ist hier also, ob das geformte Wort gedeckt ist durch die Gesamtaussage der Heiligen Schrift wie durch das vorhandene Gesamtzeugnis der Kirche. Erst dann wagen wir nachzusprechen, was in ApGesch. 15 Vers 28 steht: "Es gefällt dem Heiligen Geist und uns". Das isolierte Berufen auf die Heilige Schrift durch den isolierten Gläubigen bewahrt nicht vor schweren Irrtümern, die das Heil der Seele kosten können. Hier muß hingewiesen werden, mit welcher Rigorosität die Apostel einer Verfälschung der Glaubensinhalte entgegentreten, ja solche Irrlehrer mit Verfluchung und Bann belegen. Das ist niemals Auswirkung ihres Temperamentes oder gar von Intoleranz, sondern stets Ausdruck des Wissens davon, was auf dem Spiele steht und des lauteren Verantwortungsbewußtseins der berufenen echten Hirten. Man vergleiche damit das Verhalten nicht weniger Universitätslehrer der Gegenwart und die Reaktion oder Nichtreaktion darauf seitens mancher Kirchenführer und mancher Kirchenleitungen. Man spürt, hier scheiden sich Welten der Ernsthaftigkeit und Tiefe der Erkenntnis und der Wahrheit und Wahrhaftigkeit voneinander. Jedem berufenen Hirten kann nur das Herz bluten, wenn scharenweise Menschen durch solche Verschuldung verloren gehen und zukünftige Mitarbeiter der Kirche oft lebenslange Schädigung ihrer Dienstbefähigung davontragen.

Irrlehrer, Häretiker und Häresien sind darum oft so gefährlich, besonders für den Laien, weil in der Regel häretische Darstellungen achtzig Prozent Wahrheit enthalten, manchmal eine Einzelwahrheit von besonderer Plausibilität neu entdecken und zur Brillanz bringen und nun ein fünftel Irrtum oder Unwahrheit in eine Sache einbringen, entweder bewußt oder auch in persönlicher Arglosigkeit. Es kann sich auch um einen geringeren Anteil handeln. Aber diese falsche Untermengung hat eine durch den großen richtigen Anteil noch verstärkte Negativwirkung nach dem Wort heiliger Schrift in 1. Kor 5,6: Ein wenig Sauerteig versäuert den ganzen Teig. De Laie aber schließt von dem richtigen Gesamtbild auch auf die falschen Teile und ist dem alles zerstörenden Irrtum ausgeliefert, ohne es zu ahnen. Häretiker sind in der Regel keine kleinen Geister. Und nicht selten sind unter ihnen Koryphäen, die niemand anzutasten wagt, wenigstens die Verantwortlichen oft nicht, weil sie Ängste um ihren Bildungsruf haben, oder die Auswirkung auf die Götter unserer Zeit, die Masse und die Mehrheit fürchten. Dafür werden sie dann um so gewissenhafter die kleinen Irrenden und die ehrlichen Fanatiker minderer Garnitur zu Fall bringen. Das ist ein trauriges Kapitel. Darum ist es not, möglichst vielen, auch vielen Laien eine klare Übersicht und Einsicht zu geben, was denn nun Wahrheit und Lehre der Kirche ist gemäß göttlicher Offenbarung.

Darum ist das Hören auf die Kirche und das heißt, auf ihren Lehrspruch und auf das Dogma, nicht nur eine Frage der Ethik, sondern des gewissen Heilsweges (Ev.Matth. 18,17; ApG 15,28; 2. Joh. 9-10 u.v.v.v.a.m.).

Das Hören auf die Kirche bedeutet zugleich nicht nur ein "echtes-Glied-sein" am Leibe Christi sondern es schließt ein, Bergung und Hilfe zu erfahren. Niemand erträgt ohne Schaden eindauerndes Hin- und Hergerissensein über der frage, was kann ich glauben und was muß ich glauben, besser, was ist vorbehaltlos richtig und wahr und worauf kann ich mich also vorbehaltlos verlassen. Diese seelsorgerische Hilfe ist vor allem heute nötig, weil es kaum eine göttliche Wahrheit gibt, die nicht von irgendwelchen Theologen zerrissen, für den Gläubigen verunsichert wird. Und zum andern ist keine der in diesem Credo angesprochenen Offenbarungswahrheiten für den Glauben und den Glaubenden irrelevant und unwichtig. Jede einzelne ist bedeutsam und kann dem ehrlich Ringenden, dem Verlangen den festen Grund geben und von unnützen, wertlosen Zweifeln befreien. Das alles darf er erwarten von einem Credo, wenn er Gott um die Erleuchtung durch den heiligen Geist um Christi willen demütig erbittet. Wer mit einzelnem nicht zurechtkommt, nehme den Dienst vollmächtiger Lehrer in Anspruch nach der Weisung der Heiligen Schrift in Epheser 4 Vers 11-16, insbesondere Vers 16.
Im übrigen gilt:
"Der Zweifel ist zu wen´gem gut,
Auch bringt er nicht von der Stelle.
Der Glaube in zitternder Menschenhand,
Der sprengt die Pforten der Hölle."

 

Unser Kirchliches Credo 1975

Zu allen Zeiten sind Bekenntnisse als Antworten zur Abwehr umlaufender gefährlicher Irrlehren verlautbart worden, nicht indem man lediglich die Irrlehren verzeichnete und verurteilte, sondern indem die Knechte Gottes in gottgeschenkter Vollmacht die überwindenden Glaubensinhalte und Lehren der Wahrheit aussprachen und bekannten und die Gemeinde Jesu sie in Kraft und Gabe der Geisterunterscheidung sich aneignete und so in gottgewirkter Gemeinschaft lehrender und hörender Kirche die Eine Stimme des guten Hirten durch Menschenmund sich kundtat.

So hat in der Neuzeit die Theologische Erklärung von Barmen die Lügenstimme falscher Propheten abgewehrt und die Kirche gesegnet. Heute nun stehen wir vor der Tatsache, daß vor und noch viel mehr nach Barmen eine Fülle von vielfach getarnten Irrlehren und Häresien die Gemeinde Christi zu verwirren drohen, Kirche und Volk zersetzen und den Christen Trost, Halt und Kraft des Evangeliums zu rauben suchen. wir stehen in einer nahezu beispiellosen Weltversuchungsstunde. Die gefährlichsten Irrlehrer und Verderber finden sich leider unter hochbegabten Theologen, die durch Mehrdeutigkeit und Umfunktionieren der Sprache die geistlich-kritisch unzulänglich geschulte akademische Jugend im kirchlichen Dienst- und Führungsnachwuchs beeinflussen und nicht selten unrettbar und unkorrigierbar infizieren und für den Weg des Irrtums vorprogrammieren. Es muß hier nämlich gesagt werden, daß es sich in Glaubenssachen niemals bloß um Irrtümer der Intelligenz handelt, sondern um Einwirkung dämonischer Kräfte. 2. Kor 11, Verse 13-15 (Kernsatz: Er selbst, der Satan, verstellt sich in einen Engel des Lichts. Et non mirum ipse enim satanas transfigurat se in angelum lucis. Non est ergo magnum, se ministri eius transfigurentur velut ministri iustitiae).

Wer diesen Faktor übersieht oder gar belächelt, ist mit Sicherheit in seiner Gotteserkenntnis gegenüber einem wachen und geschulten Christen stark eingeschränkt und liegt ohne Zweifel in seiner Beurteilung geistiger Bewegungen und der Zeitgeschehnisse überhaupt im Hintertreffen. m Blick auf die Fülle der grassierenden Irrlehren, Irrtümer und Häresien unserer zeit hat uns der Heilige Geist bedrängt, die gebührende Antwort nunmehr in einem klaren Bekenntnis zu geben, damit aus der Herde Christi, wen immer danach verlangt, sichere Wegweisung hat in der modernen Welt, hic et nunc, A.D. 1975 und in Zukunft, wie es Gott unserem Herrn gefällt.

Und so geben wir am heutigen Tage
Im sechzehnhundertfünfzigsten Jahre des Konzils zu Nizäa
UNSER KIRCHLICHES CREDO 1975

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Vorbemerkung zum Credo (75/I):

In Gott steht der Mensch einem Du gegenüber, das ihn nie verläßt. Vater und Mutter, Bruder und Schwester, Mann und Frau, Freund und Freundin lassen uns eines Tages allein, mindestens im Sterben. In Gott begegnet uns das ganz andere "Du", mit Gott kommen wir in ein bleibendes ICH-DU-Verhältnis, das uns Herz, Sinnen und Verstand anrührt, das nie aufhört, weil Gott sich unwandelbar treu bleibt. Es ist menschenwürdig, daß wir von Gott das Bild haben, das er uns selbst von sich gegeben hat.

Credo (75/I)

IM GEHORSAM GEGEN DIE GÖTTLICHE OFFENBARUNG, in Treue zum Glauben der Väter, in Übereinstimmung mit der universalen Kirche des Erdkreises und der überwältigenden Mehrheit der wahren Christen der Welt, lehren und bekennen wir:

DIE HOCHGELOBTE ALLERHEILIGSTE DREIEINIGKEIT; DIE DREIPERSONALITÄT DES EINEN GOTTES VON EWIGKEIT ZU EWIGKEIT.
AMEN.

Diese Lehre steht über jedem Zweifel. Wer glaubt, ist in der göttlichen Liebe.

Wir verwerfen und verurteilen die falsche Lehre von der Nichtpersönlichkeit oder Unpersönlichkeit Gottes oder daß es keinen persönlichen Gott gäbe oder daß Gott nicht an und für sich existiere, sondern geschähe. Wer diese Lehre hat und hält, kann nicht selig werden.

Wir verurteilen und verwerfen die falsche Lehren, daß Gott lediglich eine anbetungswürdige Gottesidee sei oder die Verwechslung Gottes mit dem All und damit jegliche Form des Pantheismus.

Wir widersprechen und widersagen ohne jede Einschränkung und ein für alle mal und auf ewig jeder Lehre von der Einpersonalität Gottes in jeglicher Form, jedwedem Unitarismus.

Wir schließen aber in unsere Liebe und Fürbitte ein alle an Gott Irrenden, damit ihre Seelen erlöst werden von der Schuld des Irrglaubens und sie die Wahrheit erkennen, die sie befreit.

Wir lieben ganz besonders alle die Menschen, die Gott suchen und lieben.

Anmerkung zum Credo (75/I):

Die Lehre von der Dreieinigkeit, der Trinität, setzt die Kirche Christi in Gegensatz zu allen Religionen der Erde. Sie zeigt, daß sie anders ist als sie. diese Lehre ist auch durch keine menschliche Vernunft begreifbar oder erfindbar. Hier stehen wir auf dem Boden der Offenbarung, der Wahrheit und Wirklichkeit, der wir nicht ausweichen können. Sie begegnet uns in der Heiligen Schrift klar und unmißverständlich. Die Drei Personen sind voneinander scharf abgegrenzt. Jede der Drei Personen ist Gott. Gott ist zugleich unausweichlich Einer. Diese Lehre ist zwingend, wenn wir das Ganze der Schrift sehen. Man muß die Bibel selbst studieren, um diesem Mysterium folgen zu können. Man muß mit Gott leben, um das Mysterium der Trinität unausweichlich zu erfassen.

Aus einer großen Anzahl nennen wir hier nur folgende Bibelstellen: Matth. 28,19; Joh. 20,28; Joh. 1,1; 10,31; 1. Kor. 12,11

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Vorbemerkung zum Credo (75/II):

Jesus Christus ist Weg, Wahrheit und Leben (Ev.Joh. 14,6). Er ist die Mitte der Offenbarung und des Heils, des Evangeliums. Da heute sein Bild von nicht wenigen Theologen, gerade auch vom theologischen Journalismus, als das eines Nur-Menschen völlig verzeichnet wird, ist Luthers warmherzige Aussage, die mit der gesamten Kirche übereinstimmt, von hervorragender Bedeutung: "Jesus ist wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren und wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren, mein Herr!" Der Nur-Mensch heute irrender Theologen kann uns nicht erlösen, kann uns letztlich nichts helfen. Aber der Mensch Jesus, in dem die Fülle der Gottheit leibhaftig ist, ist die Quelle unserer Befreiung, unsrer großen Freude und unsres tiefen Friedens, Quelle aller Wahrheit und Weisheit, Sinnerfüller unsres Lebens. Daher ist es wichtig, sein Bild unverfälscht zu kennen und festzuhalten.

Credo (75/II):

WIR LEHREN UND BEKENNEN, DASS JESUS CHRISTUS IN GLEICHER WEISE WIE DER VATER GOTT IST VON EWIGKEIT ZU EWIGKEIT.
AMEN.

Wir lehren und bekennen die Zeugung Jesu Christi vor aller Zeit und Welt und die vaterlose Geburt des Jesus von Nazareth allein aus der Jungfrau Maria durch die Allmacht des Vaters im Heiligen Geist. Diese Lehre steht über jeden Zweifel. Wer glaubt, ist in der göttlichen Liebe.

Wir verwerfen und verurteilen die falsche Lehre, als ob Jesus von Nazareth von einem menschlichem Vater gezeugt sei wie andere Menschen und im Widerspruch zur Jungfrauengeburt und Präexistenz in einer bloßen Adoption zum Gottessohn gemacht sei. Wer diese Lehre hat und hält, kann nicht selig werden.

Wir schließen in unsere liebe und Fürbitte ein alle Jesus nicht in Wahrheit Erkennenden und an Ihm Irrenden, damit ihre Seelen erlöst werden von der Schuld des Irrglaubens und sie die Wahrheit erkennen, die sie befreit.

Anmerkung zum Credo (75/II):

Das Bekenntnis zum Bilde Christi nach dieser Aussage bis in alle Einzelheiten entspricht dem Gesamtbild der Hlg. Schrift, der ständigen Weitergabe von Urzeiten her über alle Generationen bis zu uns, der Erfahrung der Urkirche und der Kirche der Gegenwart. Man muß die Urkunden des Neuen Testaments verfälschen oder, was das gleiche ist, willkürlich verkürzen, wenn man nicht zu diesem Bilde kommen will. Keine wissenschaftlich saubere Arbeit kann einen anderen Jesus glaubwürdig nachweisen als den hier gezeichneten. Man kann den Jesus des Neuen Testamentes auch heute erfahren, wenn man Gott um Erleuchtung bittet.

Aus einer großen Anzahl nennen wir hier nur folgende Bibelstellen: Joh. 1,14; 9,35-37; u.v.a.m.

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Vorbemerkung zum Credo (75/III):

Durch den auferstandenen Christus stehen wir in einem Leben der Hoffnung, leben wir ständig in der Hoffnung, leben wir ständig in der Gegenwart des auferstandenen HErrn. Würde er uns genommen, so wäre aller Trost und alle Gewißheit im Leben und Sterben dahin. So wären wir traurig wie dei anderen, die keine Hoffnung haben (1 Thess.). So aber sind wir Menschen der Freude und des Sieges.

Credo (75/III):

WIR LEHREN UND BEKENNEN DIE LEIBHAFTIGE AUFERSTEHUNG JESU CHRISTI VON DEN TOTEN, daß der Leichnam Jesu mit den wund- und Nägelmalen verwandelt und auferstanden ist und das Grab verließ, daß der Auferstandene mit dem Siegel der Wund- und Nägelmale sich offenbarte und die Herrlichkeit des Himmels einnahm. Diese Lehre steht über jeden Zweifel. Wer glaubt, ist in der göttlichen Liebe. 

Wir verwerfen und verurteilen die falsche Lehre, daß die Auferstehung Jesu ein irgendwie "geistiges" Geschehen und das Grab nicht leer gewesen sei, daß etwa die Jüngergemeinde die Wirklichkeit Jesu nach seinem Tode ohne eine leibhaftige Auferstehung lediglich "im Glauben" erfahren und also bekannt habe, daß Jesus Christus in die "Verkündigung", ins Kerygma, auferstanden sei, daß Jesu "Sache" weitergehe. Wer diese Lehre hat und hält, kann nicht selig werden.

Wir schließen in unsere Liebe und Fürbitte ein alle an der Auferstehung Irrenden, damit ihre Seele erlöst werde von der Schuld des Irrglaubens und sie die Wahrheit erkennen, die sie befreit.

Anmerkung zum Credo (75/III):

In der Gegenwart wird, wie schon in alten Zeiten, wieder der Versuch gemacht, die Botschaft von der Auferstehung zu verfälschen. Dies ist verständlich, weil diese Botschaft der normalen Erfahrung des Menschen zuwiderläuft und auch eine Unterordnung der Vernunft unter Gottes Tun verlangt. Der Mensch fühlt sich in seinem Selbstbewußtsein, in seinem Stolz getroffen und wehrt sich, obgleich nur hier für ihn Heil und Hoffnung gefunden werden kann. Der Glaube an die leibhaftige Auferstehung ist in der heiligen Schrift und ihren Tatsachenberichten wie in der überlieferten Erfahrung der Kirche sicher begründet. Aber sie kann nur eingesehen werden durch einen Gnadenakt Gottes in der Erleuchtung durch den heiligen Geist.

Bibelstellen u.a.: die Schlußkapitel aller vier Evangelien, ApGesch 1; 1. Kor. 15 u.v.a.m.

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Vorbemerkung zum Credo (75/IV):

Im Sakrament des Altares begegnet uns der HErr Jesus Christus selbst auf die allerpersönlichste Weise. Darum ist Kenntnis und Verständnis gerade dieses Sakramentes von außerordentlicher Wichtigkeit und die Bewahrung vor Irrtum von lebenslang gravierender Bedeutung für den einzelnen Christen. Ein jeder sehe zu, daß er hier keinerlei Abschwächungen und Verwischungen Raum gebe! Hier gilt die volle Wahrheit und das volle Heil des Sakramentes!

Credo (75/IV):

WIR LEHREN UND BEKENNEN DIE LEIBHAFTIGE GEGENWART CHRISTI (Realpräsenz) IM HOCHHEILIGEN SAKRAMENT DES ALTARES; Christi Leib für uns gebrochen, Christi Blut für uns vergossen. Diese Lehre steht über jedem Zweifel. Wer glaubt ist in der Gottesliebe.

Wir verwerfen und verurteilen die schweren Irrtümer, als sei das Heilige Mahl ein bloßes Zeichen und Sinnbild oder menschliches Gedächtnis, als sei das Gottesmahl vornehmlich Brudermahl. Diese Lehre verschließt sich der Fülle und der Tiefe.

Wir schließen in unsere Liebe und Fürbitte ein alle am Altar Irrenden. Wir achten jede ehrfürchtige, gläubige Feier des Heiligen Abendmahls in allen Konfessionen und danken für Gottes Segen unter ihnen. Wir lobpreisen und anbeten Christus, indem wir Ihn in seinem sakramentalen Leib ehren, indem wir des Auferstandenen Leib essen und sein Blut trinken, so daß wir in seinen geistlichen Leib eingegliedert werden und also Leben und ewige Seligkeit erlangen.

Anmerkung zum Credo (75/IV):

Das Sakrament des Altares wird in den auf Katholizität stehenden Kirchen der Welt insgesamt anerkannt und geglaubt. Auch die Reformatoren hielten an ihm fest, allerdings in unterschiedlicher Deutlichkeit. Durch die Trennung von der Gesamtkirche, soweit eine solche erfolgte, und durch das Eindringen des Rationalismus wurde diese Wahrheit verundeutlicht oder gar verdunkelt. Man wird suchenden Christen mit Toleranz begegnen. Man wird dem nach dem vollgültigen Sakrament Verlangenden den Trost der leibhaftigen Begegnung mit Christus ohne Vorbehalte zusprechen dürfen.

Bibelstellen: Joh. 6,48; 1. Kor. 11,23ff.

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Vorbemerkung zum Credo (75/V):

Der Mensch leidet darunter, daß diese sichtbare Welt niemals sein tiefstes Verlangen erfüllen kann. Er erleidet, daß natürliche Wege ihm keine sichere und letzte Erkenntnis geben können. Diese ganze und letzte Erfüllung seiner Existenz ist ihm jedoch von Gott her angeboten als freies Gnadengeschenk in der göttlichen Offenbarung, wodurch volle Gewißheit möglich und vorhanden ist.

Credo (75/V):

WIR LEHREN UND BEKENNEN DIE SICHTBARE UND DIE UNSICHTBARE SCHÖPFUNG GOTTES. Die in Vollkommenheit, in Schönheit und Wunderherrlichkeit geschaffene sichtbare Welt ist durch das frei Handeln von Engelfürsten und des Menschen im Sündenfall in die Sünde verstrickt und daher unvollkommen geworden. Die sichtbare Schöpfung steht jedoch unter der unendlichen Geduld Gottes und der Erlösungskraft Christi. Gott ist alle Tage über ihr. Es ist dem Menschen geboten und möglich, auf dieser Erde für das Gute, für Gerechtigkeit, Frieden, Freiheit und Menschlichkeit zu wirken bis zu dem Tag, da Gott diese Schöpfung nach Seinem Ratschluß heimholen wird in Sein vollkommenes Reich.

Wir lehren und bekennen ferner die Wirklichkeit und orthafte Realität des Himmels und der Hölle in der unsichtbaren Welt, ohne Begrenzung durch Raum und Zeit. Wir können dabei die schriftgemäße Sprache in der Begrifflichkeit des Oben und Unten nicht entbehren, weil sie eine offenbarte Wirklichkeit ansprechen, die in kein Weltbild der Antike oder der Moderne oder der Gegenwart einzuordnen ist, ist vielmehr sowohl unsere Sprache wie unsere Vorstellungsmöglichkeiten übersteigt und sprengt. Gegenüber den natürlichen Begriffen von Raum und Zeit kann es sich dabei stets nur um ein Mehr, niemals um ein Weniger an Realität handeln. Die Begriffe Oben und Unten müssen jedoch angewandt werden, weil die Sprache der Offenbarung unseres HErrn sie benutzt.

Wir lehren und bekennen daher auch die Wirklichkeit und orthafte Realität der Himmelfahrt Jesu und Seiner Wiederkunft. Jesu irdisches Gebet zum Vater im Himmel ist von zeitloser Gültigkeit, ist nicht Ausdruck einer menschlichen Befangenheit, sondern seiner absoluten Überlegenheit über jede menschliche Einengung der Knechtsgestalt, sobald seine Verbindung zu Gott angesprochen ist. In Christus ist die Wirklichkeit transparent. Die Geschichte Jesu mit Geburt, Tod, Auferstehung und Himmelfahrt ist zugleich Geschichte in Raum und Zeit in der sichtbaren wie in der unsichtbaren Schöpfung.

Anmerkung zum Credo (75/V):

Himmel und Hölle sind für viele (die meisten?) obscure Größen. die Wirklichkeit der Transzendenz ist durch keine Wissenschaft widerlegbar, durch eine Fülle von Erfahrungen auch heute belegt, durch die heilige Schrift eindeutig bezeugt, durch göttliche Offenbarung gesichert, durch Erleuchtung einsichtig und dann ohne Schwierigkeiten - auch in unserer Zeit - zu glauben. Die Transzendenz gehört zur Fülle und zur Ganzheit christlicher Existenz.

Bibelstellen: 1. Mos. 1,31; Kol. 1,16; 1 Mos. 3; Joh. 8,44; Luc. 16,23; Joh. 3,16; Offb. 20,14; 21,1.

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Vorbemerkung zum Credo (75/VI):

Durch dichterische, künstlerische Darstellung ist das Bild der Engel für den modernen Menschen ein Spiel märchenhafter Poesie geworden. Nur sehr tiefe Geister oder sehr begnadete Fromme kennen noch die hier angesprochene Wirklichkeit. Der Mensch der Offenbarung Gottes weiß um Gottes Indirektheiten innerhalb seiner Direktheit. Der Mensch der vertechnisierten Welt hat nichts nötiger als die freundlichen Helfer des Alltags und der großen Stunden, die Gott uns in den Engeln an die Seite stellt. Vielleicht lächelt Gott über unser Erwachsensein, das hinter der Beschenktheit (der wirklichen Beschenktheit) begnadeter Kinder so armselig absinkt.

Credo (75/VI):

WIR LEHREN UND BEKENNEN DIE WIRKLICHKEIT UND PERSONENHAFTIGKEIT DER ENGEL UND ERZENGEL. Diese Lehre steht über jeden Zweifel. Wer glaubt, erfährt göttliche Gnaden.

Wir verwerfen und verurteilen die falsche Lehre, es gäbe keine Engel oder die Engel seien unpersönliche Naturmächte oder Kräfte des Menschen. Diese Lehre verwirrt die Herzen ohne Not und bewirkt Gefahren ohne Schutz.

Wir schließen in unsere Liebe und Fürbitte ein alle an der Wahrheit Irrenden, daß sie die Wahrheit erkennen, die sie befreit.

Anmerkung zum Credo (75/VI):

Die Lehre von den Engeln ist durch die Zeugnisse der Heiligen Schrift klar begründet. Die Existenz der Engel ist logisch sehr einsichtig. Es ist nicht einzusehen, daß es nur den Menschen und die Tiere, aber keine reingeistigen Wesen geben dürfte, zumal Gott selbst ja Geist ist. Die Stufenstruktur des Seienden erfordert ihre Existenz. Die Geistigkeit erkennt ihre Notwendigkeit. Die Erscheinungsweise dieser Geistwesen ist ein Geheimnis der Erwählten. Erfahrungen alter und neuer Zeit wissen von Engelbegegnungen. Entscheidend ist schließlich die Lehre der Hl. Schrift, die auf Offenbarung gründet.

Bibelstellen: Luc 2,9; Matth. 4,11; 18,10; Offb. 7,11-12

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Vorbemerkung zum Credo (75/VII):

Alle großen und tiefen Geister wissen um Dämonen und Dämonie. Wir müssen über sie unterrichtet sein, um ihnen widerstehen zu können. Nicht Vorwitz, sondern Notwendigkeit fordert diesen Artikel. Es gilt, den Teufel in seinen Direktheiten wie in der Indirektheit seiner Verkleidung zu erkennen.

Credo (75/VII):

WIR LEHREN UND ERKENNEN DIE WIRKLICHKEIT UND PERSONENHAFTIGKEIT DES TEUFELS UND SEINER ENGEL. Er ist der Antigeist dieser Welt, der Vater der Lüge und der Häresien. Diese Lehre steht über jedem Zweifel.

Wir verwerfen und verurteilen die falsche Lehre, daß es den Teufel und seine Dämonen nicht gäbe und daß das Böse lediglich ein menschliches Tun und Irren sei. Diese Lehre ist seelengefährdender und die Seligkeit gefährdender Betrug.

Wir schließen in unsere Liebe und Fürbitte ein alle an der Wahrheit Irrenden, daß sie aus todbringenden Gefahren erlöst werden zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes und tüchtig werden zu dem Kampf, zu dem sie gerufen sind.

Nachbemerkung zum Credo (75/VII):

Die Behauptung von der Nichtexistenz des Teufels verteufelt den Menschen. Sie macht ihn allein für alles nicht zu leugnenden Böse verantwortlich. Die Existenz des Teufels gibt dem Bösen seinen tatsächlichen Ursprung und Ort. Der Mensch ist Sünder, aber er ist kein Teufel. Der Teufel wurde böse aus freier Selbstentscheidung, der Mensch handelt böse durch Verführung. Das Rechnen mit der Existenz des Teufels bedeutet einen sehr notwendigen Schutz des Menschen in der Abwehr böser Mächte im Einzelleben wie in der Gesellschaft.

Bibelstellen: Joh. 8,44; Judas 6; 1. Joh. 3,8; Matth. 25,41

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Vorbemerkung zum Credo (75/VIII):

Obgleich beide Großkonfessionen  wie alle Kirchen die Heilige Schrift als Hauptgrundlage ihres Glauben bekennen, besteht mindestens in der Gegenwart der Mangel an einem für alle verbindlichen Dokument über die Stellung der Heiligen Schrift. Allerdings ist hier einschränkend hinzuweisen auf die klaren Aussagen im Liedgut besonders der lutherischen Kirchen und des Pietismus. Man muß hinweisen auf die nicht kleine Zahl derer, die Märtyrer geworden sind der Bibel wegen bzw. ihres Bibelglaubens wegen. Man darf hier auch auf das Martyrium nicht weniger Theologiestudenten hinweisen, die um der biblischen Wahrheit willen leiden, und auf ihre ständige Bedrängnis etwas lernen und vertreten müssen, was der Heiligen Schrift widerspricht, an die sie sich gebunden wissen, aus der sie leben, und das, obgleich die gelehrten Theorien, die ihnen aufoktroyiert werden, keineswegs zwingend sind. Wir dürfen hinweisen auf die hundertmillionenfachen Segnungen, die durch die Hlg. Schrift ohne menschliche Mittler über Menschen aller Zeiten und Zonen ausgegangen sind. Darum ist es recht und notwendig, hier ein Wort im Credo dazu zu geben. Wir wollen Menschen Mut machen, gleich uns mit der Bibel zu leben. Sie werden erkennen, daß sie das echte Große Los gewonnen haben.

Credo (75/VIII):

WIR LEHREN UND BEKENNEN DAS MYSTERIUM DER HEILIGEN SCHRIFTEN DES ALTEN UND NEUEN TESTAMENTES, daß dieses Mysterium nicht erklärbar sei als Verbaldiktat, sehr wohl deutbar als Inspiration, die auch die Verba einbezieht, nicht erklärbar durch historisch-kritische Forschung, daß diesen Schriften göttliche Unfehlbarkeit eigne, obschon Menschen vielfach Unzulänglichkeit nach menschlicher Meinung zu entdecken vermögen. Wir lehren und bekennen die Heiligen Schriften als Offenbarungsweg Gottes, als ipsissima vox et ipsissima verba Christi, wo immer in der Schrift dieses von ihnen ausgesagt und bezeugt wird, erschlossen durch das Lehramt der Heiligen Kirche. Wir lehren und bekennen den Versuch der Meisterung der Heiligen Schriften durch rein menschliche Intelligenz ohne Unterordnung unter den Heiligen Geist als schwere Sünde und Gaukelspiel Satans. Diese Lehre steht über jedem Zweifel.

Wir verwerfen und verurteilen die falsche Lehre, daß die Heiligen Schriften als bloßes Menschenwort zu erforschen seien und als solches menschlicher Kritik unterliegen.

Wir schließen alle an der Wahrheit Irrenden in unsere Liebe und Fürbitte ein, daß Gott ihre Seelen löse von der Schuldhaftigkeit des Irrtums.

Nachbemerkung zum Credo (75/VIII):

Die Heilige Schrift erweist sich jedem als wahr, der nur einige Jahre durchgehalten hat mit ihr zu leben. Wir haben nichts gegen wissenschaftliche Forschung, aber viel gegen wissenschaftliche Anmaßung und Willkür . Die Wahrheit kann sich nicht widersprechen.

Bibelstellen: 2. Tim 3,16; Joh. 10,35; Matth. 4,4; Gal. 3,22

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Vorbemerkung zum Credo (75/IX):

Es ist dem Menschen nötig, sich selbst zu kennen und zu erkennen. Er muß um seine Herkunft und sein letztes Geschick eine zuverlässige Klarheit haben. Nur so kann er zu Frieden und letzter Harmonie gelangen.

Credo (75/IX):

WIR LEHREN UND BEKENNEN, DASS DER MENSCH VON URBEGINN ALS GESCHÖPF GOTTES UNSTERBLICH WAR, DANN JEDOCH DURCH DEN SÜNDENFALL DEM STERBENMÜSSEN VERFIEL. VON DIESER ALLGEWALT DES TODES HAT UNS CHRISTUS DURCH SEIN STELLVERTRETENDES STERBEN ERLÖST. Zwar stirbt auch der christliche Mensch seinem irdischen Erscheinungsbilde nach und unseren Augen gemäß. Aber aus Jesu Wort wissen wir, daß unser Sterben Eingang in das Leben bei Gott bedeutet. Wir wissen heute schon von der triumphierenden Kirche im Himmel, die für die kämpfende Kirche auf Erden mit den Engeln die himmlische Liturgie vollzieht, die also betet und darum sicher auch nach alttestamentlichen Glauben Fürbitte tut in der Gemeinschaft mit Christi innergöttlicher Fürbitte. (Offb. 7,9-12 und Hebr. 7,25, par 2. Makk. 15,12-14). In der Auferstehung wird unser Leben bei Gott dann vor aller Welt sichtbar und offenbar, was heute noch verborgen mit Gott ist.

Nachbemerkung zum Credo (75/IX):

In heutiger Zeit wird bezüglich des letzten Geschickes des Menschen nicht selten die völlige Vernichtung des Menschen, die totale Vernichtung im Sterben durch eine modische Theologenrichtung behauptet. Mit Recht stellt dazu der "Evangelische Erwachsenen Katechismus" auf Seite 533 fest: "Die Antwort, daß der Mensch im Tode völlig vernichtet wird, entspricht nicht dem neuen Testament ... Weil die Gottesbeziehung unzerstörbar ist, ist es auch die menschliche Person ..." Wir dürfen also der Schrift Hoffnung heben, daß unsere Toten leben! Vergl. folgende Bibelstellen:

1. Mos. 13,1; 2,17; 3,19; Joh. 3,16; 8,51; Luc. 23,43; Matth.10,28; Offb. 20,4; 2. Kor. 5,1-8

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Vorbemerkung zum Credo (75/X):

Das Thema 'Staat und Kirche' bewegt und erregt heute viele Gemüter. man meint, die Kirche habe in früheren Zeiten in manchem versagt, und man erlebt heute, wie die Staaten der Erde auf Schritt und Tritt versagen. Die Menschen in freien Staaten sind oft besonders ungerecht in der Beurteilung ihres eigenen Landes und völlig illusionär in der Beurteilung fremder Staaten und Systeme. Die Kirche hat zum ständigen Selbstkorrektiv die Heilige Schrift in den Händen aller ihrer Führer und Glieder. Sie ist darum weniger gefährdet als der Staat, dessen Korrektiv oft allein die durchaus sehr machbare Stimmung der Massen ist, die als demokratisches Meßorgan unzuverlässig ist. Die Staatsgewalt muß darum von Gott und dem Volk ausgehen. Das ist gesetzlich kaum festlegbar. Darum ist die Partnerschaft zwischen Kirche und Staat von enormer Wichtigkeit. Die heutige Aufgabe heißt: Gerechtigkeit für alle, Überwindung jeglicher Ausbeutung, gesellschaftliche Grundsicherheit, Verhinderung jedes Staatstotalitarismus, Freiheit des Bürgers, Selbstverantwortung der einzelnen Völker und der einzelnen Menschen vor Gott und den Menschen. Eine bessere Welt kann nur aus einer besseren Gesinnung in Verbindung mit vernünftigen Ordnungen in Verantwortung vor Gott werden und bestehen.

Credo (75/X):

WIR LEHREN UND BEKENNEN, DASS CHRISTUS SELBST SEINE HEILIGE KIRCHE GESTIFTET HAT, daß alle Völker durch sie gesegnet werden, daß diese Kirche bestehe bis an das Ende der Zeiten. Wir bekennen und lehren, daß alle Völker und Staaten die Hoheitsrechte der Kirche ehren und achten müssen, daß Kirche und Staat in Partnerschaft ungetrennt und unvermischt den Willen Gottes tun sollten, daß es nur dort freie Staaten gibt, wo es freie Kirchen gibt. Diese Lehre steht über jedem Zweifel. 

Wir verurteilen und verwerfen die falsche Lehre, daß Staat und Kirche völlig getrennt sein müssen, daß die Kirche nicht von Christus selbst gestiftet sei, daß Christen ohne Kirche sein könnten. Diese Irrlehren bewirken Elend und Not.

Wir schließen in unsere Liebe und Fürbitte ein alle Menschen, die an der Kirche irren, daß Gott ihre Seelen von der Schuld des Irrtums löse und sie die Wahrheit erkennen, die sie frei macht.

Nachbemerkung zum Credo (75/X):

Es ist Pflicht aller Menschen, in gutem Willen die Menschheitsprobleme in Angriff zu nehmen, ohne Gewalt und Verletzung des Rechts. Gott hat die Erde und die Natur ausreichend mit allen Möglichaktien ausgerüstet, daß alle Menschen recht versorgt werden können. Es ist wichtig, alle Ideologien durch das Evangelium zu ersetzen. Alle Ideologien atmen den Geist des Hasses und der Zerstörung, ja des Mordes.    
Die Behauptung, daß die Kirche nicht von Christus selbst gegründet sei, ist durch Neues Testament und Geschichte widerlegt. Sie ist aus antichristlichem Geist geboren und sicher eine gefährliche Waffe zur Verwirrung der Geister. Hier wird die Kirche in Wesen und Existenz angegriffen. Jedem Ansatz eines solchen Gedankens ist aufs schärfste zu widerstehen. Sofern keine antichristliche Absicht vorliegt, handelt es sich mit Gewißheit um den Beweis der Inkompetenz, weil das Wesen der Kirche überhaupt nicht erkannt ist und wohl auch durch eine falsche Christologie zugrunde liegt. 

Bibelstellen: Matth. 16,18;22,21; ApG. 5,29; Matth. 17,25-27; 1 Chr. 16,22

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Vorbemerkung zum Credo (75/XI):

Es ist einen ungeheure Erschwernis zu einmütigen Erkenntnissen zu kommen darin zu sehen, daß die Konfessionen die Wahrheiten oft nicht unbefangen genug untersucht vertreten haben, sondern das Suchen und Beharren aufs stärkste vom Kontroversdenken und Kontroverswillen beeinflußt und dann letztlich stark mitgeprägt wurde. Eine ökumenische Aufgabe wäre es heute, die Wahrheit in ungebrochenem Anschluß an die Urkirche und alte Kirche und in der Entfaltung in der Kontinuität zu suchen und aus der Kontroverse entwickelten Überzeugungen einer unbeugsamen Kritik zu unterziehen.

Credo (75/XI):

WIR LEHREN UND BEKENNEN, DASS GOTT SEINER KIRCHE EIN AMTSPRIESTERTUM AUS ERWÄHLTEN UND BERUFENEN DIENERN GEGEBEN HAT und damit Basis und Grund legte seiner Kirche in Aposteln und Propheten, "da Jesus Christus der Eckstein ist". In ihrer Nachfolge gab Gott das dreifach gegliederte geistliche Amt der Bischöfe, Priester und Diakone und dazu mannigfaltige Ämter und Dienste. Wir lehren und bekennen, daß Gott seiner heiligen Kirche diese Dienstämter zur legitimen Führung des Gottesvolkes gab, zur öffentlichen Verkündigung der geoffenbarten Wahrheit und der Verwaltung der heiligen Sakramente, damit alle heiligen Glieder des Gottesvolkes zur Vollkommenheit ausgerichtet und gestärkt werden, daß sie die Seligkeit erlangen. Diese Lehre steht über jedem Zweifel.

Wir verwerfen und verurteilen die falsche Lehre, daß es solche Ämter in der Kirche nicht bedürfe und das die Dienste unter der Herrschaft der Laien stünden, als ob die Schafe ihre Hirten selbst erküren. Solche Lehre ist verloren.

Wir schließen in unsere Liebe und Fürbitte ein alle Irrenden an der Wahrheit, daß sie die Wahrheit erkennen, die sie frei macht.

Anmerkung zum Credo (75/XI):

Die Apostolizität der Kirche ist vorhanden, wenn die legitime Führung in geistlichen Amtsträgern vorhanden ist und von dort aus der prophetisch-erweckliche Geist fortlaufend in Seiner Kirche Raum behält. Das Fortbestehen des apostolischen Dienstes allein in den hinterlassenen Schriften anzunehmen reicht sicher nicht aus, war auch niemals von den Urzeiten an in Geltung. Die Tradition ist niemals nur Schrift, sie ist zugleich wesenhaft personal.

Das Amt kann dabei nicht als toter Besitz verstanden werden, sondern muß in ständiger Selbstprüfung und Gericht vor Gott als unverlierbares stets neues und erneuertes Geschenk verstanden werden.

Bibelstellen: Eph. 2,20; 1. Kor. 12,27-30; 1. Tim. 3,1.8; Jak. 3,1; Offb. 2,1.

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Vorbemerkung zum Credo (75/XII):

Nicht wenige Menschen sind an der Geschichte der Welt in ihrer immer wieder unbefriedigten Abläufen und damit an der Menschheit verzweifelt. Wer um die Vorläufigkeit dieser Weltordnung und seine Endgültigkeit nach der Großen Abrechnung weiß, kann vor lähmenden Pessimismus bewahrt werden.

Credo (75/XII):

WIR LEHREN UND BEKENNEN, DASS DIE WELT DEM JÜNGSTEN GERICHT ENTGEGENGEHT und daß mit der Wiederkunft Christi die Vollendung der Erlösung und das Reich Gottes in Vollkommenheit beginnt. Wir lehren und bekennen, daß alle Christen nach den Geboten ihres Herrn sich für den Jüngsten Tag zu rüsten berufen sind, indem sie beten, Gottes Wort erforschen und der Heiligung nachjagen, indem sie Gott öffentlich als Volk Gottes ehren im Gottesdienst der Kirche, indem sie als Gerechtfertigte Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit für alle in der Welt zu wirken suchen und warten auf die Wiederkunft Christi. Diese Lehre steht über jedem Zweifel.

Wir verwerfen und verurteilen die falsche Lehre, als könne durch Menschen die volle Gerechtigkeit unter Menschen vor Christi Kommen, etwa durch Gewalt, gewirkt werden. Diese Irrlehre stürzt in Elend und Not.

Wir schließen alle an der Wahrheit Irrenden ein in unsre Liebe und Fürbitte, daß sie die Wahrheit erkennen, die sie frei macht.

Nachbemerkung zum Credo (75/XII):

Das Jüngste Gericht kann also keineswegs Untätigkeit, sondern im Gegenteil Ansporn zur Folge haben. Das Evangelium ist also auch hier weder weltflüchtig noch weltsüchtig, sondern macht welttüchtig.

Matth. 25,31-46

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Vorbemerkung zum Credo (75/XIII):

Vielfach wird ein Gegensatz zwischen Allgemeinen Priestertum und Amtspriestertum gesehen. Das Allgemeine Priestertum hat reiche Möglichkeiten im Pietismus beispielhaft entfaltet. Hier ist einleuchtend, daß jedes Konkurrenzdenken unsinnig ist.

Credo (75/XIII):

WIR LEHREN UND BEKENNEN DAS ALLGEMEINE PRIESTERTUM ALLER GLÄUBIGEN für den Zeugendienst der christlichen Offenbarungswahrheit in der Welt, für das Königsrecht Christi in aller Welt, für den Liebesdienst Gottes an allen Menschen, für den Notdienst, wo das auserwählte und berufene Amtspriestertum fehlt oder versagt, für die Erkenntnis der rechten und falschen Hirten, für die Arbeit in Gottes Weinberg, für den Kampf um Gottes Gebote und die Rechte Seiner heiligen Kirche. Wir bekennen, daß in der zukünftigen Welt alle vollendeten Gläubigen Priester und Könige sein werden. Diese Lehre steht über jedem Zweifel.

Wir verurteilen und verwerfen die falsche Lehre, daß das allgemeine Priestertum das Amtspriestertum aufhebe. Diese Lehre ist verloren. 

Wir schließen in unsere Fürbitte ein alle Irrenden, daß sie die Wahrheit erkennen, die sie befreit.

Nachbemerkung zum Credo (75/XIII):

Die Sendung des Allgemeinen Priestertums erfordert, daß hier planmäßige Aufklärung und systematische Einweisung und Ausbildung erfolgt.

Bibelstellen: 1. Petr. 2,9; Eph. 4,12; Offb. 20,4; 1. Kor. 6,2; 1. Petr. 4,15.

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Vorbemerkung zum Credo (75/XIV):

Die Communio Sanctorum kommt im Protestantismus weithin nicht zu ihrem biblischen Recht. Um hier Wandel zu schaffen, bedarf es einer Erneuerung der Liturgie, die Raum für diese Wahrheit hat, bedarf es des Mitlebens mit dem Kirchenjahr und seinem Gedenken der großen Beispiele der Kirchengeschichte, bedarf es einer Bewußtseinserneuerung im Kirchendenken als einer Himmel und Erde umfassenden Größe.

Credo (75/XIV):

WIR GLAUBEN UND BEKENNEN DIE COMMUNIO SANCTORUM, die Gemeinschaft der Heiligen im Himmel und auf Erden, der triumphierenden Kirche im Himmel mit den himmlischen Mächten im Gebet für die kämpfende Kirche auf Erden. Wir lehren und bekennen als heiligen Auftrag der Kirche und aller Christen die Seligpreisung Marias, der gebenedeiten Jungfrau und Mutter unseres Herrn Jesus Christus. Ihrer und aller vollendeten Heiligen gedenkt die Kirche und getröstet sich ihrer Fürbitte in der himmlischen Welt. Diese Lehre steht über jedem Zweifel. Wer glaubt, ist in der göttlichen Liebe.

Wir beten um die Fülle der Erkenntnis des Reichtums Gottes für alle seine Gläubigen, daß Glaube und Liebe in ihnen vollendet werde.

Nachbemerkung zum Credo (75/XIV):

Mit der Communio Sanctorum lebt der echte Christ alle Tage.     
Bibelstellen: Offb. 7,9-12; 2. Makk. 15,12-14; Hebr. 7,25; 12,22-24.

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UNSER KIRCHLICHES CREDO 1975

ist Antwort auf viele Fragen und Hilferufe suchender, zweifelnder, irrender Menschen unserer und der kommenden Tage, auf die Hilferufe der von Wölfen in Schafskleidern verwirrten und bedrohten Herde. Es ist Antwort auf törichte Schwarmgeister und leider auch geistreiche Verführer im Theologengewand.

Ihrem keinen Halt bietenden Fließsandboden geben wir klar und eindeutig Absage. Wir verharren auf dem Felsengrund ewiger, unwandelbarer Wahrheit. Daher stehen wir eindeutig in der ungebrochenen und unverkürzten und unverfälschten Tradition der ökumenischen Bekenntnisse der ungeteilten Kirche und Christenheit.

Dabei erwarten wir von den Bekenntnisschriften der Reformation eine wegweisende Hilfe zum Verständnis der Heiligen Schrift und werden durch sie auf die Katholizität der Kirche ausgerichtet und verpflichtet.

Stellvertretend für viele Gläubige in Deutschland und aller Welt rufen wir berufenen Hirten und Glieder der Gemeinde Jesu auf, dieses Unser Kirchliches Credo 1975 entgegen allen Zerstörern des christlichen Glaubens und der Heiligen Kirche mit uns zu bekennen.

WIR BITTEN DEN HERRN DER KIRCHE, DASS ER ALLE SUCHENDEN, FRAGENDEN, ZWEIFELNDEN, IRRENDEN IN ALLE WAHRHEIT LEITE UND SEINER KIRCHE DEN HEILIGEN GEIST SCHENKE, AUF DEM FELSENGRUNDE AUSZUHARREN, BIS JESUS KOMMT, GEMÄSS SEINER VERHEISSUNG:

DIE PFORTEN DER HÖLLE WERDEN SIE NICHT ÜBERWÄLTIGEN!

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